BCKategorie 08.09.2016 09:53:24 Uhr | Landkreis | Umwelt

Erhalt, Rückschnitt und Fällung von Bäumen und Hecken

Ein alter Baum ist ein Stück Leben.
Er beruhigt. Er erinnert. Er setzt das sinnlos
heraufgeschraubte Tempo herab, mit dem man unter
großem Geklapper am Ort bleibt.
Und diese alten sollen dahingehen, sie, die nicht von heute auf morgen nachwachsen?
Die man nicht nachliefern kann?

Kurt Tucholsky

speierling


Bäume und Hecken sind in Stadt- und Gemeindegebieten durch Satzung, im Außenbereich der bebauten Ortslage durch Verordnung geschützt.

Nachfolgende Städte und Gemeinden haben für ihren innerörtlichen Bereich eine Baumschutzsatzung erlassen und sind für die Durchsetzung der Regelungen selbst zuständig:

Altkreis Wernigerode
Stadt Blankenburg mit Ortsteilen, Stadt Ilsenburg mit Ortsteilen, Stadt Wernigerode mit Ortsteilen, Gemeinde Nordharz

Altkreis Halberstadt
Gemeinde Huy mit Ortsteilen, Stadt Halberstadt mit Ortsteilen, Nienhagen, Stadt Osterwieck mit Ortsteilen

Altkreis Quedlinburg
Stadt Quedlinburg mit Ortsteilen, Stadt Ballenstedt mit Ortsteilen, Stadt Thale mit Ortsteilen, Stadt Harzgerode mit Ortsteilen, Verbandsgemeinde Vorharz mit Ortsteilen

Möchten Sie einen geschützten Baum oder eine geschützte Hecke in den vorgenannten Ortsgebieten fällen lassen oder durch Rückschnitt derart verändern, dass hierdurch sein charakteristisches Aussehen oder das weitere Wachstum beeinträchtigt wird, benötigen Sie eine Erlaubnis nach der jeweiligen Baumschutzsatzung der Ortschaft.

Befindet sich der Baum oder die Hecke außerhalb der bebauten Ortslage der genannten Städte und Gemeinden oder in einer Stadt bzw. Gemeinde, die hier nicht erwähnt ist, so ist die Untere Naturschutzbehörde für die Erteilung einer Erlaubnis zum Fällen oder zurückschneiden zuständig.        

Sonderregelungen gelten für Wald, Feldgehölze und Streuobstwiesen und Baum-Naturdenkmäler Naturdenkmäler.


Benötigt werden:

Für Bäume

  • Ein vollständig ausgefülltes Antragsformular mit den beizufügenden Unterlagen finden sie im Anhang des Artikels.


Für Hecken/Gebüsche und andere Gehölze

  • ein formloser schriftlicher Antrag, mit der Angabe, warum die Rodung bzw. Beschneidung beantragt wird und in welchem Ausmaße sie erfolgen soll,
  • ein Lageplan im Maßstab 1 : 250, in dem der Standort der betreffenden Hecken/Gebüsche und anderen Gehölze sowie deren Art, Stammumfang in 1 m Höhe über dem Erdboden und Kronendurchmesser einzutragen sind,
  • aussagekräftige Fotos der Hecken,
  • eine rechtsverbindliche Erklärung zu den grundstücksbezogenen Eigentumsverhältnissen und
  • eine rechtsverbindliche Erklärung, ob und wo eine entsprechende Ersatzpflanzung unter Angabe des zur Verfügung stehenden Grundstücks vorgenommen wird.

Antragsberechtigung
Antragsberechtigt ist neben dem Eigentümer oder einer von ihm bevollmächtigten Person in begründeten Fällen der Grundstücksnachbar oder -pächter.

Schutzgegenstand
Geschützt sind nach den Kreisbaumschutzordnungen alle solitären Bäume und Sträucher, Alleen, Baumgruppen, Feldgehölze und Strauchreihen über 1,5 m Größe, die außerhalb des Waldes in der offenen Landschaft und in den Ortslagen ohne Baumschutzsatzung stehen.

Nicht unter den Schutz der Baumschutzordnung fallen Parkanlagen sowie Obstbäume in Obstbaumanlagen. Streuobstwiesen i.S.d. § 22 (1) Nr. 7 NatSchG LSA unterliegen dem Biotopschutz.

Bitte beachten Sie zusätzlich

Es wird empfohlen, eine Fällmaßnahme im Zeitraum zwischen dem 01. Oktober und 28. Februar (außerhalb der Brutzeit) einzuplanen.

Nach § 39(5) Nr. 3 BNatSchG ist es untersagt, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 01. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Auch Bäume und Alleen an Straßen oder Parkplätzen sowie Bäume in der freien Landschaft sind vom Fäll- und Schnittverbot betroffen. Während der Schonzeit darf über einen Pflegeschnitt hinaus nicht zurückgeschnitten werden.

Auf gärtnerisch genutzten Grundflächen gilt das vorgenannte zeitlich befristete Fällverbot für Bäume nur nicht, wenn der Artenschutz (Bruthöhlen und Vogelnester) beachtet wird. Gemäß § 44(1) Nr. 3 BNatSchG ist es verboten, die Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Zu den besonders geschützten Arten gehören z.B. alle europäischen Vorgelarten und Fledermäuse).

Wenn Sie eine Baumfällung planen, sind Sie dafür verantwortlich, dass nicht gegen die Bestimmungen des Artenschutzes verstoßen wird.  

Vorsprache
Anträge auf Baumfällung richten Sie bitte mittels Formblatt an die Untere Naturschutzbehörde. Eine persönliche Vorsprache ist nicht zwingend notwendig. Bei auftretenden Fragen wendet sich die Behörde an Sie.

Gebühren
Für die Erteilung einer Fällgenehmigung: Je nach Stundenaufwand zzgl. Auslagen.

Ansprechpartner
Landkreis Harz
Untere Naturschutzbehörde
Friedrich-Ebert-Str. 42
38820 Halberstadt

Herr Axel Schmidt Tel. 03941-59705744

Frau Jaqueline Zielke Tel. 03941-59705731  

           
Fax: 03941 5970-5767

E-Mail: umweltamt@kreis-hz.de

bzw. die Städte und Gemeinden im Landkreis Harz, die über eine eigene Baumschutzsatzung verfügen.

Rechtliche Voraussetzungen:
Verordnung über den geschützten Landschaftsbestandteil Gehölze im Landkreis Harz (Kreisbaumschutzverordnung - KrBaumSchVO)

Symbol Beschreibung Größe
WaldG_ST_2016.pdf
0.1 MB
Kreisbaumschutzverordnung
38 KB
Baumfällantrag
13 KB