Arbeitsplatz - gesucht - gefunden! Meine Einstellung im Café am Finkenherd

Inklusion, Arbeitgeber, Barrierefreiheit, Einstellung von Menschen mit Behinderung, Landkreis Harz, Café am Finkenherd Quedlinburg

Das Bild zeigt den umgebauten Arbeitsplatz von Susanne Kühn. ©Landkreis Harz
Das Bild zeigt den umgebauten Arbeitsplatz von Susanne Kühn.

Ein Gastbeitrag von Susanne Kühn

Jahrelanges Zuhausesein und sich nur dem Haushalt zu widmen, ist keine geistige Herausforderung für mich. Ich bin gelernte Bürokauffrau und ich brauchte und wollte Arbeit! Keine leichte Sache, denn mein künftiger Arbeitgeber musste bereit sein, seine Vorurteile gegenüber der Einstellung von Menschen mit Behinderung „über Bord“ zu werfen, denn ich bin gehbehindert.

Nachdem ich meine Ansprechpartnerin in der KoBa bat, mich bei der Akademie Überlingen zum individuellen Jobcoaching anzumelden, bekam ich eine 1:1 Betreuung, sprich, nur der Jobcoach und ich. Dort überarbeiteten wir mein Anschreiben und ich bewarb mich als Bürokauffrau im Café am Finkenherd. Auch Teresa Daubenmerkl vom Örtlichen Teilhabemanagement unterstützte mich.

Zum Vorstellungsgespräch wurde ich in ein kleines Wohnzimmer geführt, das später mein Büro werden sollte. Nach einer langen Antrags- und Förderzeit funktionierte Volker Stübig, Inhaber des Cafés am Finkenherd,  das Zimmer mit mir zusammen um. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch und vier große Schränke gestalten nun das Büro sowie ein orthopädischer Bürodrehstuhl. Um selbstständig und ohne fremde Hilfe zu meinem Arbeitsplatz zu gelangen, wurde am Hauseingang ein Treppengeländer angebracht. Parallel dazu bekam ich auch einen Haltegriff an die Toilette und ein zweites Paar Krücken, um mich im Haus fortzubewegen. Zweifel hatte Volker Stübig an meiner Einstellung übrigens nie. Dass andere Arbeitgeber voreingenommen gegenüber Menschen mit Einschränkungen sind, kann er nicht nachvollziehen: „In Ihnen stecken enorme Fähigkeiten, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht.“

Solche positiven Beispiele über die Einstellung von Menschen mit Behinderung „sammelt“ das Aktionsbündnis „Landkreis Harz inklusiv“, welches sich für die Umsetzung der UN-BRK im Landkreis Harz stark macht und in dem ich ehrenamtlich mitwirke. Gerade deren Arbeitsgruppe „Teilhabe am Arbeitsleben“ möchte mit den gängigen und zweifelhaften Vorurteilen von Arbeitgebern aufräumen.

Wenn Sie Fragen haben oder über ähnliche Beispiele berichten möchten, melden Sie sich gern bei uns.

 

© Almut Hartung E-Mail

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