Gendern und barrierefreie Kommunikation - kann man beides miteinander vereinbaren?

Drei Figuren bilden die drei Geschlechter ab.

Unternehmen, Ämter aber auch Privatpersonen stehen immer wieder vor der Frage: Wie gendere ich richtig?

Eine einheitliche Vorgehensweise gibt es bis dato nicht.

 

 

Gendervarianten gibt es viele:

  • Mitarbeiter:innen
  • Mitarbeiter _innen
  • MitarbeiterInnen
  • Mitarbeiter *innen

 

Aber sind diese Schreibweisen auch für blinde und sehbehinderte Menschen verständlich?

Der deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV), Aktivisten wie Raul Krauthausen und Betroffene sagen: Nein.

Denn die genannten Gender-Kurzformen sind für die Zielgruppe meist problematisch und daher nicht empfehlenswert.  Sonderzeichen in Texten, die von einer Assistenz oder einem Screenreader vorgelesen werden, werden häufig überlesen oder mit vorgelesen, was den Vorlesefluss stört.

Falls jedoch mit Kurzformen gegendert werden soll, empfiehlt der DBSV, das Sternchen zu verwenden, weil es laut Veröffentlichungen des Deutschen Rechtschreibrates die am häufigsten verwendete Kurzform ist und so dem Wunsch nach einem Konsenszeichen am nächsten kommt. Zudem ist davon auszugehen, dass Doppelpunkt und Unterstrich für sehbehinderte Menschen schlechter erkennbar sind als das Sternchen.

Damit klar wird, wie ein Text von einer Assistenz oder einem Screenreader vorgelesen werden soll, sollen Personenbezeichnungen ausformuliert werden. Zum Beispiel: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Am geeignetsten sind allerdings Formulierungen, die kein Geschlecht ausschließen. Team statt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, oder Studierende statt Studentinnen und Studenten.

Bei längeren Texten kann aber auch in einem vorangestellten Satz erklärt werden, dass der jeweilige Text sich unabhängig von den verwendeten Personenbezeichnungen an Menschen aller Geschlechtsidentitäten richtet (was aber nicht das Gendern männlich/weiblich im Text ersetzt).

Diese Lösung wird aber nicht allen Geschlechtsidentitäten gerecht. Allerdings gibt es bisher keine Antwort unter den Menschen, die sich weder als männlich noch als weiblich einordnen, wie gegendert werden soll.

Detaillierte Informationen zur gendersensiblen Sprache bekommen Sie hier.

 

Quellen:

https://bdkom.de/sites/default/files/meldungen_files/kompendium_gendersensible_sprache_2.pdf

https://www.dbsv.org/gendern.html

 

Text in Einfacher Sprache:

Gendern heißt: Alle Geschlechter werden in Texten erwähnt.

  • Frauen
  • Männer
  • Menschen, die keine Frau und kein Mann sind

 

 

 

© Sophia Schubert E-Mail

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