Presseinformationen 2023

14 Schulen im Landkreis profitieren von EU-Förderung

Im Landkreis Harz wird der Zugang von Schulen zu Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) mit 840 000 Euro gefördert. Am 18. August überbrachte Bildungsministerin Eva Feußner den kreisweit ersten Zuwendungsbescheid an die Gemeinschaftsschule Harzgerode. Die 60 000 Euro sind Mittel der Europäischen Union zur Förderung des ländlichen Raumes (ELER) sowie zur Erholung nach der COVID-19-Krise mit landesweit insgesamt 10,5 Millionen Euro, so die Ministerin.

Der Landkreis Harz hatte insgesamt 14 IKT-Anträge beim Land gestellt. „Alle Anträge wurden bewilligt. Wir schöpfen damit das Budget völlig aus“, freute sich Landrat Balcerowski beim Ortstermin in Harzgerode. Voraussetzung waren ein Schulkonzept und die digitale Vernetzung/Verkabelung, die umgesetzt oder aktuell in Planung sei. Neben der Gemeinschaftsschule Harzgerode erhalten im Landkreis Harz jetzt weitere 13 Schulen jeweils 60 000 Euro. „Dabei handelt es sich um eine hundertprozentige Förderung“, unterstrich Feußner. „Der Landkreis Harz hat sich hier sehr engagiert“, fügte sie hinzu.

„Die Förderprämie wird unsere Bemühungen in Richtung einer noch umfassenderen beruflichen und zukunftsorientierten Vorbereitung und auch uns Lehrkräfte in unserer Entwicklung vorantreiben“, erklärte Schulleiterin Christiane Peter. Um den Schülern der Gemeinschaftsschule Harzgerode praktische Fertigkeiten im Bereich modernen Designs, neuer und innovativer Präsentations- und Kommunikationsideen und digitaler Herstellungsverfahren zu vermitteln, sei der Erwerb verschiedener Präsentationsmedien und eines 3D-Druckers sowie eines Lasercutters geplant. „Gerade durch das Vorhandensein von sechs Seiteneinsteigern an unserer Schule, von denen allein drei aus dem technischen Bereich kommen, ist damit ein guter Blick über den Tellerrand der Schule in Richtung zukunftsweisende Technologien möglich.“ Allerdings soll die Integration digitaler Technologien nicht traditionelle Unterrichtsformen ersetzen, sondern diese bereichern und erweitern. „Durch unsere Projekte zur Förderung der digitalen Kompetenzen, wie etwa Auseinandersetzungen mit Themen wie WhatsApp-Nutzung und Mobbing, sowie durch die Bereitstellung eines „Handykoffers“ für jede Klasse, schaffen wir einen verantwortungsvollen und sinnvollen Umgang mit digitalen Medien“, hob Schulleiterin Peter hervor.

An der „Schule als Bildungsmittelpunkt im Unterharz““ lernen aktuell 280 Schüler in 13 Klassen aus den Landkreisen Harz und Mansfeld-Südharz, genau wie Schüler aus der Ukraine, Rumänien. Griechenland, Russland, Spanien. Die Gemeinschaftsschule Harzgerode, an der alle Schüler von Klasse 5 bis 9 möglichst lange gemeinschaftlich mit- und voneinander lernen, ermöglicht den Erwerb aller Schulabschlüsse. „Auch das Abitur oder der Wechsel zwischen den Schulformen ist durch eine Kooperation mit dem Wolterstorff-Gymnasium Ballenstedt umsetzbar“, erklärte die Schulleiterin. Zudem existiere eine beruflich-digitale Kooperation mit der Berufsbildenden Schule „Geschwister Scholl“ in Halberstadt.

Medienkompetenz sei entscheidend, um von den Unterharzer Unternehmen dringend benötigten Fachkräfte fit für die Ausbildung zu machen, so der Landrat. „Wir brauchen dringend Fachkräfte, die in der Heimat arbeiten“, sagte Thomas Balcerowski. Deshalb unterstütze der Landkreis die Gemeinschaftsschule aktiv mit der kreiseigenen Schul-IT, die „sich als schnelle Fachgruppe“ bewährt hat, um die Schüler noch stärker als bisher auf die digitale Welt vorzubereiten.“

Der Landkreis Harz habe an der Gemeinschaftsschule mit deren Sanierung über Jahre hinweg einen großen Kraftakt geleistet. „Die Schule ist in einen hervorragenden Zustand versetzt worden. Für dieses klare Bekenntnis zum Schulstandort sagen wir Danke“, unterstrich der Harzgeröder Bürgermeister Marcus Weise.

Der Landrat nutzte den Besuch von Eva Feußner, um im Zuge der beim Land aktuell diskutierten Neufassung der Schulbauförderrichtlinie auf den hohen Sanierungsbedarf der Reinhard-Lakomy-Schule in Halberstadt hinzuweisen. „Sowohl der Landkreis, als auch das Land sind bei der Lakomy-Schule in der Pflicht“, erklärte die Bildungsministerin.

Hintergrund:

Gemeinschaftsschule Harzgerode – Fakten zur Umsetzung Digitalisierung

06/2020 Erster Glasfaseranschluss über das ITN XT Projekt im Landkreis Harz
08/2020 Lindius-Netzwerkschule des Landes Sachsen-Anhalt (Digitale Bildung)
es gibt nur 17 Schulen landesweit
beruflich-digitale Kooperation mit der BBS Halberstadt
zukunftsweisendes Schul- und Medienkonzept
Bis 2021 Umfangreiche Sanierung des Schulgebäudes (Stark III) Schulbauförderung und Ausstattungsförderung:

Stark III (Sanierung Schulgebäude, Dämmung, Fassade)
Lindius-Netzwerkschule des Landes Sachsen-Anhalt (Digitale Bildung), Digitale Geräte
Umsetzung Digitalpakt (Glasfaseranschluss, AccessPoints, Netzwerk, Präsentationsmedien)
inkl. strukturierter Verkabelung  
08/2021 Umsetzung Digitalpakt:
strukturierte Vernetzung
Lehr- und Lerninfrastruktur (Umstellung auf Puavo inkl. Cloud, Collabora Online, E-Mail usw.)
WLAN in der gesamten Schule (349 Nutzer)
Präsentationsmedien (Lindius/Digitalpakt): Digitalwürfel für jeden Klassenraum (Beamer, Dokumentenkamera und Notebook),
Filocut-Schneidsystem, 76 Endgeräte mit Puavo (PC/Notebook), 60 iPads, 12 VR Brillen und Einsatz als Virtual Reality, 8 Drohnen

Zuwendung: 149 000 Euro, aktuell 53 000 Euro investiert (Beschaffung weiterer digitaler Endgeräte in Planung)
08/2023 IKT Förderung
Zuwendung: 60 000 Euro
Planung: 3D-Drucker + Lasercutter inkl. Unterrichtsszenarien, großes Informationsdisplay im Eingangsbereich,
17 mobile kleine Bluetooth Boxen und eine große Bluetooth Box für die Turnhalle