BCKategorie 08.09.2016 09:53:24 Uhr | Landkreis | Sozialamt

Wer bekommt Hilfe zur Pflege?

1. Allgemeine Information

Sofern eine Pflege zu Hause nicht oder nicht mehr möglich und eine Heimaufnahme zwingend erforderlich ist, kann Sozialhilfe als Hilfe zur Pflege in Einrichtungen  gewährt werden.

Personen, die pflichtversichert sind, erhalten auf Antrag von ihrer Pflegekasse bei Erfüllung der medizinischen Voraussetzungen Leistungen der Pflegeversicherung.

Besteht keine Pflegeversicherung oder reichen die Leistungen der Pflegekasse nicht aus und können die Heimpflegekosten nicht vollständig unter Einsatz des sonstigen Einkommens bzw. Vermögens sichergestellt werden, kann ergänzend Sozialhilfe gezahlt werden.

Leistungen sind für nachstehende Pflegeaufwendungen möglich:

                - Häusliche Pflege (ambulante Pflege)

                - Tages- und Nachtpflege / Kurzzeitpflege

                - Pflege in einem Heim (vollstationäre Pflege)

Angehörige von Personen, die Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII erhalten, können nach erfolgter Prüfung Ihrer Unterhaltsfähigkeit, gem. den Bestimmungen des BGB zur Zahlung von Unterhalt herangezogen werden.

Häusliche Pflege (ambulante Pflege)

Bei der häuslichen Pflege erfolgt die Versorgung in Ihren eigenen „Vier Wänden“. Die Leistungen der häuslichen Pflege umfassen erforderliche und angemessene körperbezogene Pflegemaßnahmen, pflegerische Betreuungsmaßnahmen sowie Hilfen bei der Haushaltsführung. Alternativ ist auch die Gewährung von Geldleistungen zur eigenverantwortlichen Wahrnehmung der Pflege möglich.

Wesentliche Leistungen bei häuslicher Pflege:

Pflegegeld – Wenn Sie die erforderliche Pflege selbst durch Verwandte oder Bekannte sicherstellen können, können Sie ein Pflegegeld erhalten. Die Höhe des Pflegegeldes entspricht den Leistungen der Pflegekasse. Eine Aufstockung des Pflegegeldes der Pflegekasse durch Sozialhilfe ist nicht möglich.

Pflegesachleistungen – Wenn Sie Ihre Versorgung nicht oder nicht umfassend selbst oder durch Angehörige sicherstellen, können Sie Pflegesachleistungen erhalten. Es handelt sich um die ggf. teilweise Übernahme von pflegerischen Leistungen durch einen professionellen Pflegedienst, der Sie, je nach Grad der Pflegebedürftigkeit, auch mehrmals täglich versorgt.

Kombinationsleistungen – Im Einzelfall kann es erforderlich sein die Pflege teilweise selbst und teilweise durch professionelle Anbieter durchführen zu lassen. Die Verbindung von Geld- und Sachleistungen wird auch Kombinationsleistung genannt und von der Sozialhilfe mitgetragen.

Verhinderungspflege – Sollte bei der Gewährung von Pflegegeld oder einer Kombinationsleistung die zeitweilige Entlastung des Pflegers/ der Pflegerin erforderlich sein, besteht die Möglichkeit, die hierfür angemessenen und erforderlichen Kosten beispielsweise in Form einer stationären Unterbringung, zu übernehmen.

Kurzzeitpflege – Wenn im Einzelfall die häusliche Pflege, z.B. in Anschluss an eine Krankenhausbehandlung, vorübergehend nicht ausreicht, kann die Kurzzeitpflege beantragt werden. Die Versorgung erfolgt dann in einer stationären Pflegeeinrichtung.

Pflegehilfsmittel – Pflegebedürftige haben Anspruch auf die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln entsprechend dem Hilfsmittelkatalog der Pflegekassen. Der Anspruch umfasst auch die notwendige Änderung, Instandhaltung und Ersatzbeschaffung. Bsp.: Pflegebett oder die Versorgung mit Inkontinenzmitteln.

Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes – Um die eigene Wohnung bedarfsgerecht umgestalten  zu können und damit den Verbleib in den eigenen vier Wänden zu sichern, können die Kosten für erforderliche Umbaumaßnahmen übernommen werden. Überwiegend handelt es sich um den Einbau einer ebenerdigen Dusche, der Entfernung von Schwellen oder der Verbreiterung von Türen in der Wohnung. Im Regelfall reicht die Leistung der Pflegekasse für einzelne Maßnahmen aus.

Entlastungsbetrag - Jeder Pflegebedürftige (Pflegegrad 1 bis 5) hat neben den Sach- und Geldleistungen einen Anspruch einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu von 125,- € monatlich. 

Der Betrag ist zweckgebunden einzusetzen für qualitätsgesicherte Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger in ihrer Eigenschaft als Pflegende sowie zur Förderung der Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit der Pflegebedürftigen bei der Gestaltung ihres Alltags.  

Tages- und Nachtpflege / Kurzzeitpflege

Die Tages- und / oder Nachtpflege schließt die Lücke zwischen der Pflege im Heim (stationär) und der Häuslichen Pflege (ambulant) durch Angehörige und / oder Pflegedienste. In teilstationären Pflegeeinrichtungen werden Menschen tagsüber oder nachts von Fachkräften betreut. Es besteht somit die Möglichkeit, weiterhin zu Hause zu wohnen, auch wenn dort die Pflege nicht rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche gesichert ist. Die Tages- und / oder Nachtpflege ermöglicht es den Angehörigen an der Betreuung maßgeblich mitzuwirken, ohne ihren gesamten Alltag an der Pflege auszurichten.

Die Tages- und Nachtpflege kann auch in Kombination mit anderen Leistungen der ambulanten Versorgung in Anspruch genommen werden.

Kurzzeitpflege – Wenn im Einzelfall die häusliche Pflege, z.B. in Anschluss an eine Krankenhausbehandlung, vorübergehend nicht ausreicht, kann die Kurzzeitpflege beantragt werden. Die Versorgung erfolgt dann in einer stationären Pflegeeinrichtung. 

Pflege in einem Heim (vollstationäre Pflege)

Pflegebedürftige ab dem Pflegegrad 2 können Leistungen der vollstationären Pflege in Anspruch nehmen, wenn häusliche und / oder Tages- und Nachtpflege nicht möglich sind, oder aus besonderen Gründen nicht in Betracht kommen. Die Gewährung von stationären Leistungen bei Pflegegrad 1 ist ausgeschlossen. 

2. Aufgaben

  • Bearbeitung von Anträgen auf ambulante und stationäre Pflege nach SGB XII
  •  Individuelle Betreuung und Mitwirkung bei der Antragsstellung
  •  Beratung der Betroffenen und Angehörigen
  •  Ermittlung des Hilfebedarfs
  •  Einleitung erforderlicher Hilfen 

3. Ansprechpartner/ Kontakt

Frau Müller-Reimann

Telefon: 03941 / 59 70 17 61

Fax: 03941 / 59 70 13 17 61

E-Mail: claudia.mueller-reimann@kreis-hz.de 

4. Anschrift

Postfach:  38805 Halberstadt  Postfach 15 42
Besucheranschrift: Schwanebecker Straße 14 38820 Halberstadt

 

5. Formulare

 Zur Antragstellung sind die unten angeführten Formulare nebst Anlagen zu verwenden. 

6. Pflegedienste / Einrichtungen

Einen Überblick über Pflegedienste / Einrichtungen  erhalten Sie unter folgenden Link www.pflegeberatung-sachsen-anhalt.de / Regionale Angebote / Landkreis Harz / Wohnen im Alter – zu den Angeboten / Pflegeheimnavigator oder Pflegelotse


Symbol Beschreibung Größe
Antrag auf Gewährung von Leistungen nach dem SGB XII
0.4 MB
Merkblatt für Leistungsberechtigte nach dem SGB XII
40 KB
Anlage benötigte Unterlagen
7.4 KB
Anlage Grundvermögen
56 KB
Anlage Sozialhilfeantrag
38 KB
Formular unbare Zahlung
65 KB