Vollzug der Düngeverordnung im Winter

Vollzug der Düngeverordnung im Winter 2017/2018

Mit dem Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung vom 26.05.2017 ergeben sich Veränderungen im Vollzug des Düngerrechtes im Herbst und Winter 2017/2018. Die Bodenschutzbehörde bittet um Beachtung nachfolgender Hinweise:

Sperrfrist

Je nach verwendetem Düngemittel und angebauter Kultur gelten unterschiedliche Sperrfristen. Für Festmist von Huf- und Klauentieren, zum Beispiel Rinder- oder Schweinemist sowie Kompost gilt eine Sperrfrist vom 15.Dezember bis zum 15. Januar. Die Sperrfrist gilt sowohl auf Acker- als auch auf Grünland. Es sind keine Ausnahmen zulässig.

Für sonstige Düngemittel mit wesentlichem Nährstoffgehalt wie Gülle, Jauche, Gärreste, Geflügelmiste und Hühnertrockenkot gilt die Sperrfrist ab der Ernte der letzten Hauptfrucht. Ausnahmen bestanden bis zum 01.Oktober für den Anbau von Zwischenfrüchten, Winterraps und Feldfutter sofern diese bis zum 15.September ausgesät worden waren. Zu Wintergerste, die bis zum 01. Oktober nach Getreidevorfrucht gesät wurde, ist eine Düngung mit o.g. Düngemitteln noch möglich. Bis zum 01.Dezember darf zu Gemüse, Erdbeer- und Beerenobstkulturen gedüngt werden. Auf Grünland und mehrjährigem Feldfutter, welches bis zum 15. Mai ausgesät wurde, gilt die Sperrfrist vom 01.November bis zum 31.Januar.

 

Abbildung 1 Sperrfristen für verschiedene Kulturarten und Düngemittel

Mengenbegrenzung

Sofern eine Düngung im Herbst und Winter zulässig ist, dürfen nicht mehr als 30 kg Ammoniumstickstoff oder 60 kg Gesamtstickstoff pro Hektar ausgebracht werden. Diese Regelung gilt nicht für Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost.

Düngebedarfsermittlung

Grundsätzliche Voraussetzung für die Düngung ist ein bestehender Düngebedarf. Das bedeutet, auch wenn eine Düngung nach den Regelungen zur Sperrfrist grundsätzlich zulässig wäre, muss vor der Durchführung eine schriftliche Düngebedarfsermittlung erfolgen. Diese ist aufzubewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen. Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt hat ein entsprechendes Berechnungsformular auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Es kann hier abgerufen werden. Außerdem kann das Formular über die Untere Bodenschutzbehörde (Kontaktdaten s. unten) bezogen werden.

Zulässigkeit der Aufbringung

Die Regeln bei der Aufbringung der Düngemittel ähneln noch stark denen der alten Düngeverordnung. Gleichgeblieben ist, dass bei wassergesättigtem oder überschwemmten Boden nicht gedüngt werden darf. Gleiches gilt bei schneebedecktem Boden, die Schneedecke muss jedoch keine Mindesthöhe mehr aufweisen. Auf gefrorenen Boden dürfen (außer durch Festmist von Huf- und Klauentieren oder Kompost) maximal 60 kg Gesamtstickstoff aufgebracht werden, wenn der Boden am Tag der Aufbringung auftaut, kein Abschwemmen zu besorgen ist, der Boden eine Pflanzendecke trägt und andernfalls die Gefahr einer Bodenverdichtung bestehen würde.

Unverzügliche Einarbeitung

Werden organische oder organisch-mineralische Düngemittel mit Ausnahme von Festmist von Huf- und Klauentieren, Kompost sowie mit einen Trockensubstanzgehalt von weniger als 2 Prozent auf unbestelltes Ackerland ausgebracht, so sind sie unverzüglich spätestens jedoch 4 Stunden nach Beginn der Ausbringung einzuarbeiten.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Rieche, Bodenschutzbehörde, Tel. 03941 5970 5781 oder an umweltamt@kreis-hz.de

 

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