BCKategorie 08.09.2016 09:53:24 Uhr | Gesundheitsamt

Infektionshygiene

Heute ist wissenschaftlich erwiesen: Die Einhaltung hygienischer Anforderungen reduziert die Verbreitung von Infektionskrankheiten und rettet Leben! Schutzimpfungen, eine ordentliche persönliche Hygiene sowie der Einsatz von wirksamen Reinigungs-, Desinfektions- oder Sterilisationsmaßnahmen gehören dabei zu den effizientesten Mitteln, um Krankheiten vorzubeugen.

Infektionsschutzgesetz – die Fibel der Infektionshygiene

Am 01.01.2001 trat das Infektionsschutzgesetz (IfSG) in Kraft. Das IfSG regelt auf Bundesebene die gesetzlichen Anforderungen zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen.

http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/ifsg/gesamt.pdf

Meldewesen

In Deutschland sind gemäß § 8 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) Ärzte, Leiter von medizinischen Laboratorien, Tierärzte, Angehörige anderer Heil- oder Pflegeberufe und Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen zur Meldung von Krankheiten beziehungsweise Krankheitserregern  verpflichtet. Die meldepflichtigen Krankheiten (§ 6) und Krankheitserreger (§ 7) sind im IfSG festgelegt. Krankheiten nach § 6 Abs. 1 und 2 des IfSG und Krankheitserreger nach § 7 Abs. 1 und 2 IfSG sind - auch unabhängig voneinander - namentlich an das zuständige Gesundheitsamt zu melden.

Hier geht es zum Download für entsprechende Informationen und  Meldeformulare:

Meldung nach §34 IfSG NEU für Schulen und sonstige Gemeinschaftseinrichtungen

Meldeformular für Ärzte – meldepflichtige Krankheiten gemäß § 6 Infektionsschutzgesetz

Labor-Meldeformular gemäß § 7 IfSG - Nachweise von Krankheiterregern Seite 1

Labor-Meldeformular gemäß § 7 IfSG - Nachweise von Krankheiterregern Seite 2

Die nachfolgende Tabelle führt die Anzahl der Meldungen nach § 6 und  § 7 IfSG und die Inzidenzen in 2017 und 2018 im Landkreis Harz und im Vergleich dazu in Sachsen-Anhalt auf. Die Inzidenz berechnet sich aus der Anzahl der gemeldeten Fälle pro 100 000 Einwohner einer zugrundeliegenden Bevölkerung/Bevölkerungsgruppe.

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 3.587 Erkrankungen an das Gesundheitsamt des Landkreises Harz gemeldet.

Bei circa 31 % der Fälle in 2018 handelt es sich um infektiöse Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes (zum Beispiel Erkrankungen durch Noroviren, Rotaviren, Salmonellen).

Die übrigen Anteile bilden im Wesentlichen Kinderkrankheiten (zum Beispiel Scharlach und Windpocken) sowie Hepatitis- und Tuberkuloseerkrankungen.

Die aktuellen Meldezahlen zeigen im Vergleich zum Vorjahr lediglich eine besondere Auffälligkeit bei den Erkrankungszahlen für Influenza.

Meldezahlen meldepflichtiger Infektionskrankheiten 2017-2018


Hygieneüberwachung durch das Gesundheitsamt

Immer dann, wenn viele Menschen auf engem Raum beisammen sind oder medizinisch behandelt und gepflegt werden, besteht ein erhöhtes Risiko zur Übertragung von Krankheitserregern.

Das Infektionsschutzgesetz fordert deshalb, dass unter anderem Einrichtungen der Kinderbetreuung, Altenpflegeheime und Krankenhäuser in speziellen Hygieneplänen die innerbetrieblichen Verfahrensweisen zur Einhaltung der infektionshygienischen Anforderungen festschreiben.

Zu den Aufgaben des Gesundheitsamtes gehören regelmäßige Hygienebegehungen in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen sowie in Einrichtungen der Körper- und Schönheitspflege. Damit wird das Ziel verfolgt, übertragbare Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionskrankheiten frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern.

 

Belehrungen nach IfSG

 a) Gemeinschaftseinrichtungen

In Abschnitt 6 des IfSG werden zusätzliche Vorschriften für Gemeinschaftseinrichtungen abgehandelt, um Infektionskrankheiten wirksam vorzubeugen.

Gemeinschaftseinrichtungen sind Einrichtungen zur Betreuung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen –  Kitas oder Schulen zählen z.B. dazu. Nach dem IfSG sind folgende Belehrungen umzusetzen:

Belehrung für Kinder und Sorgeberechtigte bei Neuaufnahme nach § 34 (5) Satz 2 durch die Leitung der Einrichtung:
Betreute, die an bestimmten Infektionskrankheiten erkrankt oder krankheitsverdächtig sind, dürfen über einen gewissen Zeitraum die Gemeinschaftseinrichtung nicht nutzen. Bei bestimmten schwerwiegenden und leicht übertragbaren Erkrankungen können Besuchsverbote für Kinder ausgesprochen werden, wenn eine im gemeinsamen Haushalt lebende Person erkrankt oder krankheitsverdächtig ist. Auch für sogenannte „Ausscheider“ (Personen, die einen Erreger ausscheiden, aber selbst nicht bzw. nicht mehr  erkrankt sind) gibt es gesetzlich definierte Regelungen für den Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen. Seitens der Eltern besteht die Mitwirkungspflicht dafür, Kinder nur unter Einhaltung der gesundheitlichen Anforderungen in die Einrichtung zu schicken. Es ist ratsam, den Eltern ein Merkblatt über die Belehrungsinhalte auszuhändigen. Das Robert-Koch-Institut stellt dafür unverbindlich einen Belehrungsbogen zur Verfügung:

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/IfSG/Belehrungsbogen/belehrungsbogen_eltern_deutsch.pdf?__blob=publicationFile

Belehrung für Personal nach § 35 durch den Arbeitgeber:
Auch Beschäftigte in Gemeinschaftseinrichtungen sind über die gesundheitlichen Anforderungen und Mitwirkungspflichten nach § 34 zu belehren. Das Robert-Koch-Institut stellt dafür unverbindlich einen Belehrungsbogen zur Verfügung:

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/IfSG/Belehrungsbogen/belehrungsbogen_schulen.pdf?__blob=publicationFile

Unter welchen Voraussetzungen Kinder und Personal nach Auftreten einer Infektionskrankheit die Einrichtungen wieder besuchen dürfen, können Sie der Übersicht „Informationen zur Wiederaufnahme in Einrichtungen“ entnehmen.

 

b) Lebensmittelbereich
 

Abschnitt 8 des IfSG beschäftigt sich mit gesundheitlichen Anforderungen an das Personal beim Umgang mit Lebensmitteln. Lebensmittel können bei unsachgemäßer Hygiene mit Keimen „verunreinigt“ werden. Ein Verzehr kann dann zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Beschäftigte müssen daher belehrt werden, um den durch Lebensmittel verursachten Infektionen und Vergiftungen vorzubeugen.

Belehrung gemäß § 43 Abs. 1 Nr. 1 IfSG:
Die für den Erhalt der Bescheinigungen für Lebensmittelberufe nach IfSG notwendigen Belehrungen, die sogenannten Gesundheitszeugnisse, führt der Amtsärztliche Dienst des Gesundheitsamtes durch:

http://www.kreis-hz.de/de/amtsaerztlicher-dienst/bescheinigungen-fuer-lebensmittelberufe-nach-infektionsschutzgesetz-20000847.html

 

Das Robert-Koch-Institut

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist als Bundesinstitut die zentrale Einrichtung der Bundesregierung zur Überwachung und Prävention von Krankheiten und tritt als Beratungsstelle des Bundesministeriums für Gesundheit auf. Das RKI ist maßgeblich an der Entwicklung von Normen und Standards im Bereich Hygiene beteiligt und wertet alle Meldedaten  zu Infektionskrankheiten aus. Unter folgendem Link gelangen Sie zur Homepage des  RKI mit umfangreichen Informationen zu Infektionskrankheiten sowie anderen gesundheits- und forschungsrelevanten Themen:

http://www.rki.de/DE/Home/homepage_node.html

 

Tuberkulose

Die Tuberkulosefallzahlen zeigen in den letzten Jahren zwar einen leicht steigenden Trend, aber prinzipiell kommt die Erkrankung in Deutschland relativ selten vor (jährlich 7-8 Erkrankungen/100.000 Einwohner). Damit Deutschland ein Niedriginzidenzland für Tuberkulose bleibt, werden durch den öffentlichen Gesundheitsdienst allerhand Maßnahmen ergriffen.

Die Tuberkulose ist eine häufig mit unspezifischen Beschwerden (unter anderem Gewichtsabnahme, Müdigkeit, leichtes Fieber, später auch Husten) einhergehende bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem die Lunge befällt. Nicht so häufig sind andere Organe betroffen. Der Erreger M. tuberculosis wird meistens über eine Tröpfcheninfektion, ausgehend von einem an offener Lungentuberkulose erkrankten Menschen, übertragen.

Um eine Ausbreitung im Körper zu verhindern und eine Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden, haben das frühzeitige Erkennen der Erkrankung und der Beginn einer medikamentösen Behandlung oberste Priorität.

Auf Grundlage der Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes ermittelt das Gesundheitsamt Kontaktpersonen zu Tuberkuloseerkrankten und führt diesbezügliche Beratungen und Testungen durch.

Das Robert-Koch-Institut bietet unter folgendem Link umfassende Fachliteratur zur Tuberkulose an:

http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/T/Tuberkulose/Tuberkulose.html;jsessionid=7C69EBB4946EB82A983F9E64FF21F1A3.1_cid290?nn=2386228

Haben Sie weitere Fragen zum Infektionsschutz? Das Gesundheitsamt des Landkreises Harz steht Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite!

Kontaktieren Sie uns einfach telefonisch oder per E-Mail:

Telefon:  03941/59 70 23 82 oder 03941/59 70 23 20            E-Mail:  infektionsschutz@kreis-hz.de

 

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Meldung nach § 34 Infektionsschutzgesetz NEU.pdf
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Meldeformular - meldepflichtige Krankheiten.pdf
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Labor-Meldeformular - Nachweise von Krankheitserregern Seite 1.pdf
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Labor-Meldeformular - Nachweise von Krankheitserregern Seite 2.pdf
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