Klassifikation der verschiedenen Trinkwasseranlagen

Klassifikation der verschiedenen Trinkwasseranlagen
Foto vom Wasserwerk Zillierbach

Klassifikation der verschiedenen Trinkwasseranlagen

Übersicht über die verschiedenen Arten von Anlagen

A-Anlagen (große zentrale Wasserwerke)

Gesetzlich definiert sind A-Anlagen in § 3 Nummer 2 Buchstabe a der TrinkwV. Demnach sind unter A-Anlagen zentrale Wasserwerke einschließlich des zugehörigen Leitungsnetzes zu verstehen, aus denen pro Tag mindestens 10 m3 Trinkwasser entnommen oder auf festen Leitungswegen an Zwischenabnehmer geliefert werden oder aus denen auf festen Leitungswegen Trinkwasser an mindestens 50 Personen abgegeben wird.

Verantwortlich für seine A-Anlage ist das Wasserversorgungsunternehmen. Dieses hat den Nachweis der erforderlichen Trinkwasserqualität mittels mikrobiologischer Analysen zu erbringen. Die Beprobung kann durch ein akkreditiertes Labor oder das Gesundheitsamt erfolgen. Eine Liste mit anerkannten Trinkwasser-Prüflaboratorien finden Sie in folgender PDF Datei:

zugelassene Trinkwasseruntersuchungsstellen in Sachsen-Anhalt

Der Landkreis Harz wird hauptanteilig von diesen  drei großen zentralen Wasserwerken versorgt:

  • Wasserwerk "Zillierbach" - Betreiber: Stadtwerke Wernigerode GmbH

http://www.stadtwerke-wernigerode.de/

  • Wasserwerk "Klus" in Halberstadt - Betreiber: TWM - Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH

http://www.wasser-twm.de/

  • Wasserwerk "Wienrode" - Betreiber: Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH

http://www.fwv-torgau.de/

 

B-Anlagen (kleine dezentrale Wasserwerke)

Gesetzlich definiert sind B-Anlagen in § 3 Nummer 2 Buchstabe b der TrinkwV. Demnach sind unter B-Anlagen dezentrale kleine Trinkwasseranlagen bzw. kleinere Wasserwerke inklusive des zugehörigen Leitungsnetzes zu verstehen, aus denen pro Tag weniger als 10 m3 Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit genutzt und an weniger als 50 Personen abgegeben werden.

Verantwortlich für eine B-Anlage ist der Inhaber. Dieser hat den Nachweis der erforderlichen Trinkwasserqualität mittels mikrobiologischer Analysen zu erbringen. Die Beprobung kann durch ein akkreditiertes Labor oder das Gesundheitsamt erfolgen. Eine Liste mit anerkannten Trinkwasser-Prüflaboratorien finden Sie in folgender PDF Datei:

zugelassene Trinkwasseruntersuchungsstellen in Sachsen-Anhalt

 

C-Anlagen (Hausbrunnen zur Eigenversorgung)

Kleinanlagen zur Eigenversorgung (Hausbrunnen) werden gesetzlich in § 3 Nummer 2 Buchstabe c der TrinkwV definiert – daher der Begriff „C-Anlage“.

Verantwortlich für seine C-Anlage ist der Inhaber. Dieser hat den Nachweis der erforderlichen Trinkwasserqualität mittels mikrobiologischer Analysen zu erbringen. Die Beprobung kann durch ein akkreditiertes Labor oder das Gesundheitsamt erfolgen. Eine Liste mit anerkannten Trinkwasser-Prüflaboratorien finden Sie in folgender PDF Datei:

zugelassene Trinkwasseruntersuchungsstellen in Sachsen-Anhalt
 

Das Umweltbundesamt hat eine kostenlose Broschüre über gesundes Trinkwasser aus eigenen Brunnen und Quellen erstellt:

http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/gesundes-trinkwasser-aus-eigenen-brunnen-quellen

Nachstehende PDF-Dateien informieren über Anzeige- und Untersuchungspflichten:

  • Information für Inhaber von Hausbrunnen
  • Formular für die Anzeige einer Anlage beim Gesundheitsamt
  • Mustervorlage für Maßnahmeplan

 

D- und F-Anlagen  (mobile Versorgungsanlagen, Wasserspeicher und Anlagen der zeitweisen Wasserverteilung) 

D-Anlagen sind in § 3 Nummer 2 Buchstabe d  und F-Anlagen in § 3 Nummer 2 Buchstabe f  der TrinkwV definiert.

Unter D-Anlagen sind zu verstehen:

  • mobile Versorgungsanlagen an Bord von Land-, Wasser- und Luftfahrzeugen
  • sonstige mobile Versorgungsanlagen
  • Rohrleitungen, Armaturen, Apparate sowie Wasserspeicher, die zur mobilen Versorgungsanlage gehören und sich zwischen dem Punkt der Trinkwasserabgabestelle aus A-, B- oder F-Anlagen und der Entnahmestelle für Trinkwasser befinden
  • an Bord betriebene Wassergewinnungsanlagen


Der Unternehmer ist für den ordnungsgemäßen Betrieb verantwortlich.

F-Anlagen sind zeitweise betriebene Wasserverteilungen (z.B. auf Fest- oder Marktplätzen), installiert zwischen der Übergabestelle örtlicher Wasserversorger (z.B. Hydrant) und der Abgabestelle des Wasserverteilers einer mobilen Einrichtung. Der Auf- und Abbau vor und nach jeder Veranstaltung kann das Risiko des Eintrages von Verunreinigungen erhöhen. Der Marktbetreiber ist für ordnungsgemäße Handhabung und Betrieb der F-Anlage verantwortlich.

Verantwortliche für D- und F-Anlagen haben den Nachweis  der erforderlichen Trinkwasserqualität mittels mikrobiologischer Analysen zu erbringen. Die Beprobung  kann durch ein akkreditiertes Labor oder das Gesundheitsamt  erfolgen. Eine Liste mit anerkannten Trinkwasser-Prüflaboratorien finden Sie in folgender PDF Datei:

zugelassene Trinkwasseruntersuchungsstellen in Sachsen-Anhalt

Informationen zur Anzeige, Überwachung und zum Betrieb von D- und F-Anlagen entnehmen Sie bitte den nachstehenden PDF-Dateien:

E-Anlagen

E-Anlagen sind unter  § 3 Nummer 2 Buchstabe e der TrinkwV beschrieben. Demnach sind unter E-Anlagen Trinkwasserinstallationen zur ständigen Wasserverteilung zu verstehen, aus denen nach Buchstabe a (zentrale Wasserwerke) oder b (dezentrale kleine Wasserwerke) Trinkwasser an den Verbraucher abgegeben wird. Trinkwassererwärmungsanlagen (TWEA) gehören ebenfalls zu den E-Anlagen.

Wenn E-Anlagen nicht entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik ausgerüstet und betrieben werden, kann dies zur Vermehrung von Legionellen im Warmwasser-System führen. Legionellen sind Bakterien, welche die lebensbedrohliche Legionärskrankheit (Legionellose) hervorrufen können. Eine Infektion ist über das Einatmen feinst verteilter legionellenhaltiger Wassertröpfchen in der Luft (Aerosole) möglich. Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Legionellosen meldepflichtig.

Unternehmer und sonstige Inhaber einer E-Anlage mit Großanlage zur Trinkwassererwärmung, die Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgeben und die Duschen oder ähnliche Einrichtungen vorhalten, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt, sind verpflichtet:

  • regelmäßig eine systemische Legionellen-Untersuchung Ihrer Wasserverteilung vorzunehmen und
  • zur Wiederherstellung einer verordnungskonformen Trinkwasserqualität, dem Gesundheitsamt eine Gefährdungsanalyse mit einzuleitenden Abhilfemaßnahme vorzulegen.
     

Die beauftragte Untersuchungsstelle meldet dem Gesundheitsamt Überschreitungen des technischen Maßnahmenwertes von 100 KBE Legionellen/100 ml.

Im Sinne der TrinkwV § 3 Nummer 12 ist eine „Großanlage zur Trinkwassererwärmung“ eine Anlage mit

a) Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentralem Durchfluss-Trinkwassererwärmer jeweils mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern oder
b) einem Inhalt von mehr als 3 Litern in mindestens einer Rohrleitung zwischen Abgang des Trinkwassererwärmers und Entnahmestelle; nicht berücksichtigt wird der Inhalt einer Zirkulationsleitung.

Unterscheidungskriterien öffentliche Tätigkeit gewerbliche Tätigkeit
Definition

nach TrinkwV § 3 Nummer 11:

Trinkwasserbereitstellung für einen unbestimmten, wechselnden und nicht durch persönliche Beziehungen in Verbindung stehenden Personenkreis z.B. Kita´s, Schulen, Krankenhäuser etc.

nach TrinkwV § 3 Nummer 10:

Trinkwasserbereitstellung im Rahmen einer Vermietung oder einer sonstigen selbstständigen regelmäßigen Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht z.B Wohnungsvermietung

  treffen beide Kriterien zu, ist nach Vorgaben für eine öffentliche Tätigkeit zu handeln
Frequenz der Untersuchung auf Legionella spec. nach Erstuntersuchung

nach TrinkwV § 14b Abs. 4 Nummer 2:

mindestens einmal jährlich

nach TrinkwV § 14b Abs. 4 Nummer 2:

mindestens alle 3 Jahre

Untersuchung und Probennahme

durch akkreditierte Laboratorien und Probennehmer (nach TrinkwV § 14b Abs. 2 zugelassen), siehe Liste:

zugelassene Trinkwasseruntersuchungsstellen in Sachsen-Anhalt

 

Nicht von der Untersuchungspflicht betroffen sind:

  • privat genutzte Wohnungen (z.B. Eigenheime, Ein- und Zweifamilienhäuser) und
  • Häuser mit Warmwasserspeichern, deren Volumen die für Großanlagen definierten Voluminas  nicht überschreiten (< 400 Liter Speicher, < 3 Liter in Rohrleitung zwischen Ausgang Trinkwassererwärmungsanlage und Entnahmestellen).
     

Zur Thematik „Legionellen“ sind nachstehende Informationen und Vordrucke hilfreich:

  • Informationsblatt Legionellen
  • Betreiberinformation Legionellen
  • Anlage 1: Hinweise zur Feststellung des Vorliegens einer Großanlage zur Trinkwassererwärmung im Sinne der Trinkwasserverordnung
  • Anlage 3: Information der Verbraucher zur Überschreitung des technischen Maßnahmewertes
     

Das Umweltbundesamt hält unter folgenden Links  weiterführende Informationen zu Legionellen bereit:

  • Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung
    Empfehlung des Umweltbundesamtes nach Anhörung der Trinkwasserkommission

http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/419/dokumente/internet-legionellen-empfehlung.pdf

  • Stellungnahme des Umweltbundesamtes
    Legionellen: Aktuelle Fragen zum Vollzug der geänderten Trinkwasserverordnung (TrinkwV)

http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3983.pdf

 

© Lisa Schönekerl E-Mail

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