BCKategorie 08.09.2016 09:53:24 Uhr | Gesundheitsamt

Umwelthygiene - umweltbezogener Gesundheitsschutz

Ein Teil des umweltbezogenen Gesundheitsschutzes gehört zum Aufgabengebiet des Gesundheitsamtes. Er verfolgt das Ziel, die Bevölkerung vor nachteiligen gesundheitlichen Einflüssen aus der Umwelt zu schützen. Dafür müssen Risiken rechtzeitig erkannt, bewertet und vermieden beziehungsweise minimiert  werden.

1. Trinkwasserüberwachung
Fakt ist, Wasser gehört zu den wichtigsten Lebensmitteln! Jede Körperzelle besitzt einen Anteil an Wasser, der Zellinnendruck wird durch Wasser praktisch aufrechterhalten. Wasser sorgt für ein gesundes Blutvolumen, dient als Transportmittel für Elektrolyte und hat zahlreiche weitere Funktionen im Organismus. Auch zur Körperpflege und im Haushalt benötigt der Mensch täglich Wasser. 2013 verbrauchten die Deutschen rund 121 Liter Wasser am Tag (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Damit wir gesund bleiben, muss das Wasser rein, genusstauglich und  frei von Krankheitserregern sein  –  eben Trinkwasserqualität besitzen. Was in Deutschland selbstveständlich ist – über Trinkwasser in unbegrenzter Menge zu jeder Zeit verfügen zu können – stellt Entwicklungsländer vor ein dauerhaftes Problem. Millionen von Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und werden von Durst und tödlichen Krankheiten geplagt.

 

1.1 Trinkwasserverordnung …warum in Deutschland alles so gut „läuft“

Das Sorgenfrei-Trinkwasserpaket haben wir der strengen gesetzlichen Regelung zu verdanken. Unsere Trinkwasserverordnung aus dem Jahr 2001 (TrinkwV) in aktuell gültiger Fassung legt extrem hohe Qualitätsanforderungen für das Trinkwasser fest, beispielsweise in Form von Grenzwerten für mikrobiologische, chemische, physikalische oder radiologische Parameter. Sie regelt außerdem die Pflichten der Wasserversorger sowie deren Überwachung durch das Gesundheitsamt.

TrinkwV: http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/trinkwv_2001/gesamt.pdf

 

1.2 Wasserversorgung des Landkreises Harz

Die Trinkwasserversorgung des Landkreises Harz erfolgt zum größten Teil über das öffentliche Trinkwassernetz. Aber auch Trinkwasser aus dem nicht öffentlichen Netz kommt teilweise zum Einsatz, welches ebenso den Anforderungen der Trinkwasserverordnung zu genügen hat.

Das Gesundheitsamt überwacht entsprechend den Vorgaben der TrinkwV unter anderem die Trinkwasserqualität der:

  • zentralen Trinkwasserversorgungsanlagen,
  • der Kleinanlagen und
  • der Hausinstallationen, aus denen Wasser an Dritte abgegeben wird.


Die Überwachung umfasst die Prüfung, der durch den Inhaber der Wasserversorgungsanlage vorgenommenen labortechnischen Eigenkontrollen, die Trinkwasserbeprobung durch das Gesundheitsamt selbst sowie Kontrollbegehungen von Wasserversorgungsanlagen und Trinkwasserschutzgebieten.

1.3 Klassifikation der verschiedenen Trinkwasserversorgungsanlagen

 

Grafik zu den Wasserversorgungsanlagen

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Trinkwasser? Wir sind Ihnen gern behilflich!

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Telefon:       03941/59 70 23 74 oder 03941/59 70 23 77            E-Mail: hygiene@kreis-hz.de

          

2. Badewasserüberwachung

Schwimmen und Baden gehören zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten, vereinen Spaß, Spiel und Bewegung und können auch als Rehabilitationsmaßnahmen zu Genesungszwecken Anwendung finden.

Die Möglichkeiten, in Genuss des spritzigen Vergnügens zu kommen, sind vielseitig. Im Sommer bieten Badegewässer und Freibäder Natur pur. Bei schlechterem Wetter stellen Hallenbäder eine super Alternative dar und lassen Kinderherzen höher schlagen.

 

2.1 Baden im Landkreis Harz

Der Landkreis Harz hat Einheimischen und Touristen allerhand an Badespaß zu bieten. Erlebnis- und Hallenbäder sind immer einen Ausflug wert. An heißen Sommertagen laden Badeseen und Freibäder ein und verschaffen die ersehnte Abkühlung.

Insgesamt verfügt der Landkreis Harz über:

  • 21 Freibäder,
  • 7 Badegewässer und
  • 7 Hallenbäder,
    die der Überwachung durch das zuständige Gesundheitsamt unterliegen.

 

2.2 Badebecken (Hallen- und Freibäder)

Im Infektionsschutzgesetz wird in § 37 Absatz 2 die wichtigste Anforderung an die Beschaffenheit von Schwimm- und Badebeckenwasser gestellt:

„Schwimm- oder Badebeckenwasser in Gewerbebetrieben, öffentlichen Bädern sowie in sonstigen nicht ausschließlich privat genutzten Einrichtungen muss so beschaffen sein, dass durch seinen Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, nicht zu besorgen ist.“

Um badewasserbedingte Infektionen durch Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden, müssen die vom Badegast oder aus anderen Quellen eingetragenen Krankheitserreger und Verunreinigungen durch eine kontinuierliche Wasseraufbereitung eliminiert oder inaktiviert werden. Dies geschieht durch eine ständige Filterung, Desinfektion und durch das Umwälzen des Wassers. Der Betreiber ist für die Einhaltung der Hygieneanforderungen und den ordnungsgemäßen Betrieb seiner Badeanstalt verantwortlich.

Aufbereitungsanlagen für Badewasser müssen dem heutigen Stand der Technik entsprechen. Die Empfehlung des Umweltbundesamtes (UBA) – „Hygieneanforderungen an Bäder“ und die DIN 19643 „Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser – Teil 1: Allgemeine Anforderungen“ sind einzuhalten.

Hier ein kleiner Auszug der zahlreichen Anforderungen an die technische Ausstattung und den Betrieb von Bädern – verankert in der DIN 19643-1:

  • Eine automatisch regelnde Chlorzugabe ist pro  Becken notwendig, inklusive  pH-Regelanlage und Messgeräte für freies Chlor, Redox-Spannung und pH-Wert.
  • Es werden Anforderungen an Pumpen, Filter und Rohrleitungen definiert.
  • Bei der betriebseigenen Überwachung ist es erforderlich, dass der Badbetreiber täglich von jedem Beckenwasser die Hygiene-Hilfsparameter freies Chlor, pH-Wert und Redoxspannung sowie das gebundene Chlor bestimmt und die ermittelten Werte in ein Betriebsbuch einträgt.
  • Reinigungsarbeiten sind ebenso im Betriebsbuch zu notieren.
  • Der Austausch von mindestens 30 Liter Beckenwasser pro Badegast durch Füllwasser ist sicherzustellen. Das Füllwasser muss Trinkwasserqualität haben.


Überwachung durch das Gesundheitsamt

Das Gesundheitsamt überwacht die Wasserqualität und führt regelmäßig Hygienekontrollen in den Badeeinrichtungen durch.  Jede Badeanstalt wird vor Badesaison für den Betrieb freigegeben und ist Bestandteil eines kontinuierlichen und umfangreichen Überwachungsplanes. Das Beckenwasser in Freibädern wird während der Saison aller 4 Wochen hinsichtlich der Einhaltung von Grenzwerten mikrobiologischer Parameter labortechnisch untersucht. Andere Analysen, wie pH-Bestimmung, die Bestimmung an freiem Chlor oder die Ermittlung des Nitratgehaltes sind ebenso Bestandteil des Überwachungsprogramms. Das Beckenwasser in Hallenbädern wird im Abstand von 2 Monaten über die gesamte Betriebsperiode mikrobiologisch und chemisch geprüft.

 

2.3 Badegewässer (Seen, Flüsse oder Küstengebiete)

Für den Landkreis Harz gilt die Badegewässerverordnung des Landes Sachsen-Anhalt, welche die Bestimmungen der Europäischen Badegewässerrichtlinie umsetzt.

Überwachung durch das Gesundheitsamt

Während der EU-weit definierten Badesaison vom 15. Mai bis 15. September überwacht das Gesundheitsamt die Badegewässer durch hygienische Inspektionen und Probenahmen. Im Abstand von mindestens einem Monat werden die beiden Indikatorkeime für fäkale Verunreinigungen Intestinale Enterokokken und Escherichia coli im Landesamt für Verbraucherschutz bestimmt. Entsprechen die Werte nicht den Festlegungen der Badegewässerverordnung, kann das Gesundheitsamt gegebenenfalls ein Badeverbot aussprechen bis die Wasserqualität wieder den Anforderungen der Verordnung genügt.

Weitere Informationen zu Badegewässern in Sachsen-Anhalt  finden Sie unter folgendem Link:

https://ms.sachsen-anhalt.de/themen/gesundheit/daten-zur-gesundheit/badegewaesser/

Das Umweltbundesamt (UBA) wirkt an Aufstellung von Prophylaxe-Maßnahmen zum Schutz vor Krankheitserregern aus Badegewässern mit, indem es beispielsweise:

  • Forschungsarbeit im hygienisch-mikrobiologischen Bereich leistet,
  • das Infektionsrisiko in Badegewässern bewertet,
  • Badegewässerdaten der Bundesländer koordiniert und der Europäischen Kommission zur Verfügung stellt.

 
Der folgende Link führt zur Homepage des Umweltbundesamtes:

http://www.umweltbundesamt.de/

Die Europäische Kommission erstellt auf Grundlage der übermittelten Badegewässerdaten aller EU-Mitgliedsstaaten einen jährlichen Badegewässer-Atlas. Dieser dient Bürgerinnen und Bürgern bei der Auswahl ihres Urlaubsdomizils als Badegewässer-Orientierungshilfe.

 

2.4 Hygiene im Schwimmbad und an Badeseen – alle können ihren Beitrag leisten

Badegäste können zur Badehygiene im Schwimmbad beitragen, indem sie die nachstehenden Regeln beachten:

  • Das Duschen vor dem Baden vermindert den Eintrag von Kosmetikpartikeln, Sonnenschutzcreme, Schweiß, Hautschuppen und Mikroorganismen in das Badewasser. Es reicht nicht nur aus, sich vor dem Sprung ins Kühle Nass mit Wasser zu „benetzen“. Wichtig ist das Waschen unbekleidet mit Seife oder Duschbad, damit die Körperreinigung wirklich effektiv ist.
  • Vor und während des Badens ist die Toilette zu benutzen! Als stickstoffhaltige Verbindung begünstigt Urin die Bildung toxischer Chlor-Reaktionsprodukte im Beckenwasser! Dies führt zum typischen „Hallenbadgeruch“.
  • Barfußbereiche sind zu beachten und nicht mit Straßenschuhen zu betreten!
  • Empfehlenswert ist es, eine Badekappe und auch Badeschuhe zu benutzen.
     

Badegäste können zum Schutz der Badeseen beitragen, indem sie die folgenden Regeln beachten:

  • Ein Badestrand dient nicht der Abfallbeseitigung. Bitte lassen Sie keinen Müll zurück!
  • Benutzen Sie die Toilette, denn Urin gehört nicht in den Badesee!
  • Haustiere dürfen nur an extra dafür gekennzeichnete Badestrände mitgenommen werden.
  • An Badestellen bitte keine Wasservögel füttern. Vogelkot verschmutzt die Strände und trägt Fäkalkeime in das Badewasser ein.
     

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3. Innenraumhygiene

Der Mensch verbringt den größten Teil seines Lebens in Innenräumen. Eine Vielzahl von Quellen, beispielsweise Baumaterialien, Einrichtungsgegenstände oder Feuchtigkeit kann durch Ausgasungen chemischer Substanzen oder durch Förderung der Schimmelpilzbildung die Raumluftqualität und somit die Gesundheit des Menschen nachteilig beeinflussen.

Zu Innenräumen zählen Wohnungen und öffentliche Gebäude (zum Beispiel Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Sport- und Freizeiteinrichtungen usw.), die im Hinblick auf gefährliche Stoffe nicht dem Geltungsbereich der Gefahrstoffverordnung unterliegen.

Das Gesundheitsamt führt im Rahmen seiner Arbeitsaufgaben Raumluftuntersuchungen und Beratungen zu Innenraumproblemen durch. Die Rechtsgrundlage dafür bildet das Infektionsschutzgesetz (IfSG) sowie das Gesundheitsdienstgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (GDG-LSA).

 

Informationen dazu erhalten sie zum Beispiel auch:

beim Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
https://verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/hygiene/umwelthygiene-umweltmedizin/innenraumhygiene/

auf der Homepage des Umweltbundesamtes
http://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/innenraumluft

http://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/schimmel#textpart-1

 

Haben Sie Fragen zum Thema Innenraumhygiene? Wir sind Ihnen gern behilflich!

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4. Gesundheitsschädlinge

Als Gesundheitsschädlinge bezeichnet man Glieder- oder Wirbeltiere, insbesondere Insekten und Schadnager, welche Krankheiten auf den Menschen übertragen und damit Gesundheit und Wohlbefinden beeinträchtigen können.

Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang Haus- und Wanderratten, als Überträger von zum Beispiel Salmonellen, Hantaviren oder Leptospiroseerregern.

Aus diesem Grund sind Eigentümer, Nutzungsberechtigte und sonstige Besitzer von Grundstücken oder Wohn- und Gewerberäumen gemäß der Schädlingsbekämpfungsordnung des Landes Sachsen-Anhaltes zur Feststellung und Bekämpfung eines Befalls tierischer Schädlinge verpflichtet.

Neben der fachlichen Beratungstätigkeit kann das Gesundheitsamt auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes geeignete Bekämpfungsmaßnahmen zur Reduzierung eines Schädlingsbefalls anordnen.

 

Haben Sie Fragen zum Thema Gesundheitsschädlinge? Wir sind Ihnen gern behilflich!

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