Integrationshilfe im Landkreis Harz

Integrationshilfe wird auch Schulbegleitung genannt. Hier erklären wir Eltern von Kindern mit Förderbedarf was Integrationshilfe ist, welche Aufgaben ein Integrationshelfer erledigt und welche Behörden über den Antrag entscheiden.

Was ist Integrationshilfe?

Integrationshilfe wird auch Schulbegleitung genannt. Die Integrationshilfe soll Kindern und Jugendlichen mit Behinderung den Schulbesuch an der für sie geeigneten Schule ermöglichen. Das gilt für Regel- und Förderschulen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Der Integrationshelfer hilft einem Schüler dabei den Stunden- und Vertretungsplan zu lesen.
Quelle: Emma Glenk, Berufsbildende Schulen "Heinrich Mette" Quedlinburg

 

Was soll die Integrationshilfe bewirken?

  • Individuelle Hilfe und Unterstützung
  • Hilfe zur Mobilität
  • Unterstützung bei Kommunikation und der Sprache
  • Stärkung des Sozialverhaltens und Förderung der sozialen Interaktion
  • Unterstützung der Teilnahmefähigkeit an den verschiedenen Formen des Unterrichts (auch Unterrichtsgänge, Klassenfahrten, Schulausflüge, Kulturveranstaltungen, schulische Praktika)
  • Unterstützung der Entwicklung der Eigenwahrnehmung

 

Was leistet Integrationshilfe nicht?

  • Übernahme pädagogischer Aufgaben, die zum Kernarbeitsbereich des Lehrers gehören
  • Übernahme pflegerischer Leistungen, die Gegenstand der Bewilligung von Leistungen im Rahmen der Pflegeversicherung sind

 

Foto: Der Integrationshelfer begleitet den Schüler zur Toilette, weil dieser Hilfe bei der Fortbewegung braucht.
Quelle: Emma Glenk, Berufsbildende Schulen "Heinrich Mette" Quedlinburg

 

Welche gesetzliche Grundlage hat sie?

  • §35a SGB VIII: Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
  • §75 SGB IX: Leistungen zur Teilhabe an Bildung: Zur Teilhabe an Bildung werden unterstützende Leistungen erbracht, die erforderlich sind, damit Menschen mit Behinderungen Bildungsangebote gleichberechtigt wahrnehmen können.
  • § 75 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 SGB IX[1]
  • § 112 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 SGB IX
  • § 112 Absatz 4 SGB IX

Den Link zum Sozialgesetzbuch IX lautet: https://www.landesrecht.sachsen-anhalt.de/perma?j=SGB9AG_ST

 

Wer kann Integrationshilfe beantragen?

Kinder und Jugendliche mit einer Beeinträchtigung, die Unterstützung beim Schulbesuch benötigen, und deren Sorgeberechtigte.

 

Wie wird Integrationshilfe beantragt?

Integrationshilfe wird entweder beim Sozialamt oder beim Jugendamt beantragt. Schulbegleitung ist Teil der Eingliederungshilfe.

 

Wie gestaltet sich das Antragsverfahren?

Bei (drohender) körperlichen oder geistigen Behinderung:
Der Antrag wird beim Sozialamt gestellt.
In einer Fachkommissionssitzung mit Sorgeberechtigten, Vertretern von Sozialamt, Schule und Landesschulamt wird entschieden, ob Integrationshilfe benötigt wird.
Eine Hospitation ist in der Schule ist möglich.

Bei (drohender) seelischen Behinderung:
Der formgerechte Antrag gem. §35a SGB VIII wird bei Ihrem zuständigen Jugendamt gestellt.
Der Antrag wird aufgrund der Stellungnahmen und Gutachten von:

  • Schule/ Kita
  • Facharzt/ Therapeut
  • Fallführende Fachkraft des Jugendamtes (im Rahmen eines Hausbesuches)
    Psychologin des Landkreises Harz (in Einzelfällen)

geprüft.

In Einzelfällen wird eine Fachkommission einberufen, eine Hospitation in der Schule/ Kita ist möglich.
Die Bewilligung von Integrationshilfe ist eine Einzelfallentscheidung. Das bedeutet jeder Fall wird geprüft und die Sorgeberechtigten werden beteiligt
Was passiert nach der Bewilligung?

Die Sorgeberechtigten entscheiden selbst bei welchem Träger, d. h. bei welchem Anbieter, sie eine Integrationshilfe suchen.


Ansprechpartner

E-Mail-Adresse vom Sozialamt: A50-EGHU18@kreis-hz.de
E-Mail-Adresse vom Jugendamt: A51-EGH@kreis-hz.de

 

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Flyer Integrationshilfe (nicht barrierefrei)
Flyer über die Integrationshilfe im Landkreis Harz
2 MB

© Almut Hartung E-Mail