Verfahren zur Änderung der Verordnung zum LSG "Harz und nördliches Harzvorland im Landkreis Quedlinburg"

Verordnung des Landkreises Harz zur Änderung der Verordnung  zum LSG „Harz und nördliches Harzvorland im Landkreis Quedlinburg“

Hier: Bebauungsplan Nr. 59 der Welterbestadt Quedlinburg „Solarpark Quedlinburg Nordwest" Beteiligung nach §§ 22 und 26 BNatSchG i.V.m. § 15 NatSchG LSA

Der Stadtrat der Welterbestadt Quedlinburg hat der Aufstellung eines Bauleitplanverfahrens für den Bebauungsplanes Nr. 59 „Solarpark Quedlinburg Nordwest“ zugestimmt. Ziel des Bebauungsplanes (B-Plan) ist die Errichtung einer Photovoltaikanlage im Bereich westlich der Anschlussstelle Quedlinburg-Zentrum an der A36. Mit der Anlage sollen jährlich ca. 22 MWp an elektrischem Strom erzeugt werden. Die ausführliche Begründung zur Aufstellung des B-Planes ist den Planunterlagen zu entnehmen.

Im Vorfeld der Erstellung der Planunterlagen fanden bzgl. der geplanten Eingriffskompensation bereits Gespräche zwischen dem Antragsteller und der unteren Naturschutzbehörde (uNB) statt. Vom Antragsteller wurden FFH-Vorprüfung, Artenschutzbeitrag und Eingriffskompensation ausführlich erarbeitet.

Derzeit befindet sich die Fläche des B-Planes noch im Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Harz und nördliches Harzvorland im Landkreis Quedlinburg“. Im LSG sind gemäß § 4 LSG-VO HV QLB alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes wesentlich verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, dazu zählen alle Hoch- und Tiefbaumaßnahmen. Für die Umsetzung des B-Planes ist es daher notwendig, die für das Vorhaben benötigte Fläche aus dem LSG herauszulösen. Dafür wurde ein Antrag von der Welterbestadt Quedlinburg an die uNB gestellt.

Die zur Herauslösung aus dem LSG beantragte Fläche umfasst

die Flurstücke 3 tlw., 4, 5 tlw., 12, 13, 19 tlw., 46 tlw., 47 tlw., 49 und 85 tlw. der Flur 54, Gemarkung Quedlinburg sowie
die Flurstücke 4, 5 tlw., 6 tlw., 12 und 13 der Flur 55, Gemarkung Quedlinburg (Fläche1).

Die Herauslösungsfläche von ca. 32 ha übersteigt die Größe des Geltungsbereiches des B-Planes. Dies ist der Abrundung des LSG in diesem Gebiet geschuldet. Würde nur die Fläche des B-Planes aus dem LSG entlassen werden, würden kleine Inselflächen entstehen, die weiterhin Bestandteil des LSG blieben.

Da die Herauslösung der Flächen aus dem LSG einen größeren Flächenverlust für das LSG zur Folge hat, beabsichtigt die uNB, in Abstimmung mit der Welterbestadt Quedlinburg, Flächen aus deren Gemarkungsgebiet in das LSG zusätzlich zu integrieren. Es handelt sich um Flächen, die einen direkten Anschluss an die vorhandenen LSG-Flächen besitzen und aufgrund ihrer Naturraumausstattung und ökologischen Wertigkeit dem in der LSG-VO HV QLB formulierten Schutzzweck entsprechen.

Folgende Flächen der Gemarkung Quedlinburg sollen in das LSG aufgenommen werden:

Flur 7, Flurstücke 107/49 und 39/4 tlw. (Fläche 2) sowie
Flur 38, Flurstücke 44 tlw., 42/12 tlw., 42/13 tlw., 76/10 tlw., 76/12 tlw. und 361/41 tlw. (Fläche 3).

Die uNB steht dem Vorhaben der Bebauung der Fläche mit einem Solarpark positiv gegenüber. Es wurden Flächen gewählt, die längs einer Autobahn liegen (sogenannte Konversionsflächen) und daher nach EEG 2021 für derartige Zwecke genutzt werden sollen. Aufgrund des Nachweises der Verträglichkeit des Vorhabens in Bezug auf das angrenzende FFH-Gebiet „Harslebener Berge und Steinholz nordwestlich Quedlinburg“, der Durchführung von CEF-Maßnahmen für die im Gebiet vorkommenden Arten, der Planung von Kompensationsmaßnahmen, die zu einem vollständigen Ausgleichs des mit dem Vorhaben zu erwartenden Eingriff i.S.d. § 14 BNatSchG führen sowie der Integration von ca. 30 ha Fläche in das LSG, die bisher diesem Schutz noch nicht unterlagen, aber den Schutzzweck des LSG erfüllen, befürwortet die untere Naturschutzbehörde die beantragte Herauslösung der Flächen aus dem LSG.

Von der uNB wird hiermit das notwendige Verwaltungsverfahren zum Erlass einer Verordnung zur Änderung der LSG-VO HV QLB und damit zur Entlassung von Flurstücken aus dem LSG bzw. zur Aufnahme von Flurstücken in das LSG eingeleitet.

Die genaue Lage der Herauslösungsfläche sowie der Flächen, die in das LSG aufgenommen werden sollen, entnehmen Sie bitte aus den Karten des anliegenden Verordnungsentwurfes im Maßstab 1:5.000 (ALK und TK10) und 1:25.000 (Übersichtskarte).

Die öffentliche Auslegung gemäß §§ 22 und 26 BNatSchG i.V.m. § 15 NatSchG LSA erfolgt in der Zeit vom 01.03.2021 bis 01.04.2021. Anregungen, Hinweise und Bedenken können Sie senden an:

per Post: Landkreis Harz, Untere Naturschutzbehörde, Friedrich-Ebert-Str. 42, 38820 Halberstadt
per E-Mail: umweltamt@kreis-hz.de

 

Symbol Beschreibung Größe
Artenschutzbeitrag
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FFH-Vorprüfung
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Planzeichnung
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B-Plan Begründung und Umweltbericht
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Entwurf Änderungs-Verordnung Karte - Teilfläche 1 ALK
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Entwurf Änderungs-Verordnung Karte - Teilfläche 2 ALK
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Entwurf Änderungs-Verordnung Karte - Teilfläche 3 ALK
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Entwurf Änderungs-Verordnung Karte - Teilfläche 1 TK10
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0.4 MB
Entwurf Änderungs-Verordnung Karte - Teilfläche 2 TK10
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Entwurf Änderungs-Verordnung Karte - Teilfläche 3 TK10
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Entwurf Änderungs-Verordnung Karte - Übersicht
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Entwurf Änderungs-Verordnung Text
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0.1 MB

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