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BCKategorie 08.09.2016 09:53:24 Uhr | Bürgerservice

Einheitsgemeinde Gemeinde Nordharz

Wappen Gemeinde Nordharz

Veckenstedt
Straße der Technik 4
38871 Nordharz
Telefon 039451/60 00
Fax 039451/60 050
E-Mail: poststelle@gemeinde-nordharz.de
Internet: www.gemeinde-nordharz.de

Ortschaften: Abbenrode, Danstedt, Heudeber, Langeln, Schmatzfeld, Stapelburg, Veckenstedt und Wasserleben

Traditionsreiche Bauerndörfer im nördlichen Harzvorland

Im landschaftlich reizvollen nördlichen Harzvorland zwischen Harz, Huy und Fallstein gelegen erstreckt sich auf einer Fläche von 11 051 ha die Einheitsgemeinde Nordharz. Sie wurde zum 1. Januar 2010 durch den Zusammenschluss der Ortschaften Abbenrode, Danstedt, Heudeber, Langeln, Schmatzfeld, Stapelburg, Veckenstedt und Wasserleben gegründet. Der Verwaltungssitz der 8 475 Einwohner zählenden Gemeinde befindet sich im Ortsteil Veckenstedt.

Die acht Ortsteile der Gemeinde Nordharz liegen in einer ländlich geprägten Region, in der nach wie vor die Landwirtschaft der dominierende Wirtschaftszweig ist. Die verkehrsgünstige Lage und gute Anbindung der Orte an die neu gebaute Bundesstraße B 6n ermöglichte jedoch auch die Entwicklung von Gewerbegebieten und die Ansiedlung kleinerer Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. So werden zum Beispiel gegenwärtig in Abbenrode Gewerbeflächen am nördlichen Ortsrand unmittelbar an der Anschlussstelle zur A36 vorbereitet, um kleineren und mittleren Gewerbebetrieben eine Ansiedlung zu ermöglichen.

In den zurückliegenden Jahren wurden große Anstrengungen unternommen, um die Infrastruktur zu verbessern. So wurde für Stapelburg eine Umgehungsstraße gebaut und mit dem Nordharz-Schienen-Lückenschluss entstand ein Haltepunkt mit Anschluss an die Bahnstrecke Halle-Hannover. Durch die direkte Anbindung von Stapelburg und Abbenrode an die neue A36 rückten die ehemaligen Grenzorte in eine zentrale Lage und entwickelten sich auch zunehmend zu bevorzugten Wohnorten. Viele junge Familien schufen sich hier ein neues Zuhause.
Im bereits 1869 an das Eisenbahnnetz angeschlossen Heudeber wurde das Umfeld des Bahnhofs neu gestaltet.

Doch nicht nur mit dem Bau der B6n (heute A36) und dem Ausbau der B244 entstanden neue Straßen, auch innerörtlich wurden Straßen, Brücken und Radwege erneuert beziehungsweise neu angelegt, es entstanden neue Wohngebiete, die Ortskerne wurden saniert, Kindertagesstätten und Bildungseinrichtungen modernisiert und auch für das kulturelle Gemeinschaftsleben entstanden zahlreiche neue Treffpunkte in den Ortschaften, wie zum Beispiel das Dorfgemeinschaftshaus in Abbenrode, ein Sportlerheim in Heudeber, ein Jugendclub in Schmatzfeld oder die ausgebaute Domäne in Wasserleben.

Fünf Kindertagesstätten, vier Grundschulen (davon eine private), eine Förderschule und das privat geführte Landschulheim Grovesmühle mit Gymnasium und integriertem Realschulzweig gibt es in der Gemeinde Nordharz.
Das 1914 vom Reformpädagogen Hermann Lietz als Landwaisenheim gegründete Landschulheim Grovesmühle wurde 1995 als Internatsschule wiedereröffnet und bietet rund 300 Schülern in einer historischen Mühlenanlage ein modernes Lernumfeld mitten im Grünen.

Zwei Arztpraxen mit drei Außenstellen und weitere medizinische und soziale Dienstleister sorgen für die medizinische Versorgung und eine ausgewogene soziale Betreuung der Einwohner und Gäste. Gut aufgehoben fühlen sich auch die älteren Nordharzer in ihren Heimatorten. So entstand 2010 in Wasserleben aus einer alten Kaufhalle eine Seniorenbegegnungsstätte.

Die landschaftlich reizvolle Lage zwischen Harz, Huy und Fallstein bietet den Einwohnern vielseitige Möglichkeiten zum Leben, Arbeiten, Wohnen und Erholen.
Zunehmend entdecken aber auch Touristen und Erholungsuchende die Vorzüge der Dörfer in der einstigen Grenzregion.

Urlaub auf einem der schönen Bauernhöfe liegt im Trend, ausgedehnte Rad- und Wanderwege, zwei Reiterhöfe, das idyllische Freibad in Wasserleben, alte Parkanlagen wie der Henneberg Park in Wasserleben und neu gestaltete Dorfbereiche locken zunehmend mehr Gäste in die Region. Der Nationalparkort Stapelburg bietet hervorragende Möglichkeiten, um fernab von ausgetretenen touristischen Pfaden in jahrzehntelang unzugänglichen und unberührten Landschaften das wunderschöne Tal des kleinen Grenzflüsschens Ecker zu erkunden.

Die Gemeinde Nordharz nutzt dieses Potential, um neben der Landwirtschaft als Erwerbsquelle auch einen naturverbundenen und kulturbezogenen Tourismus aufzubauen. Erste Schritte wurden mit der Umsetzung eines Radwegekonzeptes entlang des Grünen Bandes gemacht. Auf diesem ehemaligen Grenzsteifen und auf hervorragend ausgebauten Wirtschaftswegen führen sechs Themenrouten an Fließgewässern, Höhenzügen, Aussichtspunkten und an den Nordharz-Orten mit ihren gut erhaltenen historischen Ortsbildern entlang. Dieses Radwegenetz ist im Landesradwegeverkehrsplan klassifiziert.

Die Teichwirtschaft Veckenstedt ist nicht nur ein Paradies für Angelfreunde. Die im 15. Jahrhundert von Mönchen angelegten künstlichen Teiche werden auch heute noch zur Fischzucht genutzt. Von hier landet so mancher Weihnachtskarpfen auf den Tellern und die traditionellen Teichfeste sind alljährlich ein Anziehungspunkt für Jung und Alt.

Kulturelle Traditionen und geselliges Beisammensein wird in allen Orten der Gemeinde groß geschrieben. Überall finden Schützen- und Volksfeste statt, Sport- und Vereinsfeste tragen zum Zusammenhalt der Einwohner bei. Die Mühlen in Abbenrode und Danstedt sind nicht nur zum alljährlich am Pfingstmontag stattfindenden Mühlentag Treffpunkt für interessierte Besucher aus der gesamten Region, sondern werden auch zu anderen Höhepunkten wieder in Betrieb gesetzt und vermitteln so interessante Eindrücke über diese alte Handwerkskunst.

Der Reit- und Fahrverein Heudeber richtet zweimal im Jahr ein Reiterfest aus, die Blaskapelle „Senju“ und das Blasorchester Langeln spielen bei vielen ortseigenen Veranstaltungen auf. Das Burgfest auf der Stapelburg und das Kreiserntedankfest in Wasserleben mit historischer Landtechnikschau sind weitere spezielle Höhepunkte, die alljährlich weit über die Ortsgrenzen hinaus viele Besucher anziehen.

Auch historisch haben die Orte einiges zu bieten. Die Gegend um Langeln und Heudeber zählt zu den ältesten Siedlungsgebieten des Vorharzes. Bereits in der jüngeren Steinzeit soll es hier eine Kult- und Begräbnisstätte gegeben haben, die später zu einem Wohnplatz ausgebaut wurde. Heudeber als älteste Ortschaft im Nordharz feiert 2011 sein 1075-jähriges Bestehen.

In Abbenrode wurde seit dem 12. Jahrhundert die Wasserkraft der Ecker genutzt. Es entstand ein Netz von künstlich angelegten Gräben und Wassermühlen. Dank des engagierten Heimatvereines sind einige der Mühlen am 1,5 km langen Mühlenwanderweg heute wieder zu besichtigen. Eine sehr gut erhaltene Bockwindmühle lädt in Danstedt zur Besichtigung ein. Hier findet man auch noch viele gut erhaltene Mehrseitenhofanlagen. In Stapelburg grüßt schon von weitem die sagenumwobene Burgruine, aber auch die vor den Toren des Ortes liegende ehemalige Kureinrichtung "Jungborn", die gegenwärtig wieder freigelegt und Besuchern zugänglich gemacht wird, kündet von einer interessanten Geschichte. Als Domänen der Wernigeröder Grafen können Veckenstedt und Wasserleben auf eine lange bäuerliche Tradition verweisen und Schmatzfeld war im 16. Jahrhundert das vornehmste Tafelgut des gräflichen Vorwerks in Wernigerode.

Spuren dieser Vergangenheit findet man noch heute in allen Nordharzorten. Und wer sich für Geschichten und Geschichte interessiert, sollte in jedem Fall auch den liebevoll gestalteten Heimatmuseen und kleinen Dorfkirchen einen Besuch abstatten. Wie in vielen anderen Orten des Landkreises ist es auch im Nordharz vor allem den engagierten Bürgern zu verdanken, dass viele Zeugnisse der Heimatgeschichte wieder aufbereitet und erhalten werden können.

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