BCKategorie 08.09.2016 09:53:24 Uhr

Hermann Klumpp

Klumpp wuchs als Ältester von drei Brüdern in Quedlinburg auf. Nach dem Abitur studierte er Jura an verschiedenen Universitäten und wurde in Leipzig zum Dr. jur. promoviert. Angezogen von den Ideen des Bauhauses studierte er von 1929 bis 1932 bei Ludwig Mies van der Rohe in Dessau Architektur und schloss mit dem Bauhaus-Diplom ab. In dieser Zeit schrieb er eine Veröffentlichung über die Abstraktion in der Malerei an den Beispielen Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger. Mit dem Ehepaar Feininger entwickelte sich dabei eine sehr enge Freundschaft, die in den zahlreichen Briefen als Seelenverwandtschaft beschrieben wird.
Nach Schließung des Bauhauses in Dessau durch die Nationalsozialisten musste Klumpp eine berufliche Tätigkeit aufnehmen, er übernahm gemeinsam mit seiner Mutter eine auf dem Grundstück seiner Eltern in Konkurs gegangene Dampfwäscherei.

Feiningers zogen zunächst nach Berlin-Siemensstadt, und verließen unter Anfeindungen der Nationalsozialisten - Feiningers Bilder galten als „entartet“ – Deutschland und zogen nach New York. Klumpp übernahm die erforderlichen Absprachen und sorgte für die Überführung eines großenteils der Kunstwerke New York City. In der Obhut von Klumpp verblieben ungefähr 60 Ölbilder, zu denen Julia Feininger nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb, dass sie acht namentlich benannte „später“ eventuell zurückhaben wollte. Bereits vor 1933 schenkte Feininger dem „Sohn“ einige Werke. Bei der Räumung des Meisterhauses in Dessau, das Feiningers bewohnten (auch Klumpp hatten sie dort ein Zimmer überlassen), schenkte der Maler dem „lieben Rochus“ eine größere Zahl älterer Zustandsdrucke von Holzschnitten und Lithographien, die aktuellen Druckstöcke gingen mit dem Umzugsgut zunächst nach Berlin, dann in die USA.

Klumpp, zunächst nach dem Krieg CDU-Stadtrat in Quedlinburg trat 1949 aus der CDU aus Enttäuschung über die politische Entwicklung1949 wegen aus der CDU aus.

Nach dem Tod von Julia Feininger im Jahr 1970 und hohen Angeboten aus den Vereinigten Staaten fand die in Deutschland verbliebene Sammlung spontan ein großes Interesse der DDR-Behörden. Die Sammlung wurde in „Sicherungsverwahrung“ genommen. 1986 wurde dann der lange gehegte Wunsch von Klumpp nach öffentlicher Zugänglichkeit der Werke realisiert. Die verbliebenen Werke bildeten den Grundstock für die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg. Im Jahr darauf verstarb Hermann Klumpp.

 

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