BCKategorie 08.09.2016 09:53:24 Uhr

Theo Lingen

Theo Lingen (eigentlich Franz Theodor Schmitz) wurde am 10. Juni 1903 als Sohn eines Justizrates in Hannover geboren. Er wuchs in der Hagenstraße nahe der Innenstadt Hannovers auf und besuchte dort das königliche Goethegymnasium, das er jedoch ohne schulischen Abschluss verließ. Sein wahres Talent, die Schauspielerei, wurde bei Proben für eine Schulaufführung im Boulevard-Theater Schauburg entdeckt. Dazu nahm er den Namen der Geburtsstadt seines Vaters, Lingen im Emsland, als Künstlernahmen an. 1922 trat er am Residenztheater in Hannover, 1923 in Halberstadt, 1924 in Münster und 1926 in Recklinghausen auf. Insgesamt wirkte Theo Lingen in 200 Filmen mit, wodurch er dem breiten Publikum als Filmkomiker bekannt wurde. Seine näselnde Stimme war dabei sein Markenzeichen. Er wirkte unter anderem in den ersten Karl-May-Filmen der 1950er Jahre, in Comedyserien wie „Klimbim“ und im Remake von „Die Feuerzangenbowle“ mit. Da seine Frau jüdischer Herkunft war, was eigentlich ein Berufsverbot zur Folge hatte, dachte Theo Lingen darüber nach, ins Exil zu gehen. Jedoch erhielt er aufgrund seiner Berühmtheit eine Sondergenehmigung und durfte demnach weiter auftreten. 1944 zog es ihn nach Wien, nur ein Jahr später wirkte er in Strobl als Bürgermeister. Ab 1948 war er als Charakterdarsteller am Wiener Burgtheater tätig. Seine Tochter wurde ebenfalls Schauspielerin. Am 10. November 1978 verstarb Theo Lingen im Alter von 75 Jahren in Wien.

 

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