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Landkreis Harz konsolidiert bei Personal und Standorten

Die Haushaltslage des Landkreises Harz bleibt prekär: Schon das Jahr 2025 endete mit einem Defizit von rund 21 Millionen Euro und dem Verbrauch sämtlicher Rücklagen. Und auch im Ansatz für 2026 klafft eine Finanzlücke von rund 20,6 Millionen. Deshalb muss der Kreistag, wenn er auf der Sitzung am 8. April den Haushalt beschließen will, auch das im Vorjahr aufgelegte Haushaltskonsolidierungskonzept bis zum Jahr 2034 fortschreiben.

Aktuell gilt eine vorläufige Haushaltsführung. Größte Kostenstellen bei den für 2026 geplanten Gesamtausgaben von rund einer halben Milliarde Euro sind mit 68 Prozent die durch Bundes- und Landesgesetze vorgegebenen Sozialkosten von etwa 363 Millionen Euro sowie die Personalaufwendungen (14 Prozent) und Bewirtschaftungskosten der Harzer Kreisverwaltung.

„Durch Einsparungen die Handlungsfähigkeit mittelfristig stabilisieren und verbessern, diesen Ansatz verfolgt der Landkreis Harz schon seit 2023“, erklärt der Landrat. Weil der sorgfältige Umgang mit den verfügbaren Ressourcen zu tragfähigen Lösungen führt, geht die Harzer Kreisverwaltung seit drei Jahren bei der Senkung ihrer Ausgaben mit gutem Beispiel voran. So schnalle der Landkreis Harz mit der Stellenkonsolidierung seit 2023 seinen Personalgürtel Jahr für Jahr enger.

„Wir nutzen Renteneintritte und vakante Stellen, um die im aufgabenorientierten Sollstellenplan für den Landkreis Harz erarbeiteten Einsparungsziele sozialverträglich umzusetzen“, unterstreicht der Landrat. Mit Erfolg: Von den bis Ende 2027 festgeschriebenen 66,567 Vollzeitstellen werden bis Dezember 2026 bereits 62,6 Vollzeitstellen eingespart. Das entspricht laut Balcerowski einer Einsparung von rund 2,85 Millionen Euro. Damit fallen allein beim Personal ab 2028 pro Jahr 3,36 Millionen Euro weniger an.

„Im Harz bewegen sich dank dieser Sparmaßnahme die Personalausgaben entgegen dem landesweiten Aufwärtstrend aller Landkreise und kreisfreien Städte“, resümiert Thomas Balcerowski. Im Vergleich zu den anderen Landkreisen weist der Landkreis Harz dank massiver Sparanstrengungen im eigenen Haus heute sowohl die geringsten Stellen als auch Personalaufwendungen pro 1000 Einwohner aus.

Auch bei den Standorten setzt der Landkreis Harz ganz bewusst den Rotstift an. „Möglich wird dieser Schritt durch die zunehmende Digitalisierung der Angebote“, erläutert der Landrat. Allein das Serviceportal stellt Einwohnern und Unternehmen schon heute 60 digitale Dienstleistungen bereit.

Der vielbeklagte Rückzug der Kreisverwaltung aus der Fläche auf die Standorte Friedrich-Ebert-Straße 42 und Schwanebecker Straße 14 in Halberstadt sowie Dornbergwegs 39a in Wernigerode und der Service-Verlust wird durch die Digitalisierung abgemildert, die Vor-Ort-Besuche erübrigt. Zudem nutzen immer mehr Mitarbeiter der Harzer Kreisverwaltung hybride Arbeitsweisen. „Durch diese Prozessstraffung und Konzentration auf wenige Außenstandorte sparen wir Steuergeld“, sagt der
Landrat.

Das gemeinsam mit Studenten der Hochschule Harz entwickelte Standortkonzept wurde bis Ende 2025 über drei Jahre umgesetzt. 2024 konnte der Landkreis sechs Mietverträge beenden (jährliche Einsparung: etwa 441 500 Euro) und im Jahr 2025 drei Immobilien für rund 400 000 Euro verkaufen. Allein in der Laufzeit des Haushaltskonsolidierungskonzeptes summieren sich die Einsparungen bis 2034 auf fast vier Millionen Euro.

Bei seinem Standortkonzept hat der Landkreis Harz das Ende längst nicht erreicht. Das spare Kosten und generiere durch Verkäufe dann nicht mehr benötigter Immobilien zusätzliche Einnahmen für die Kreiskasse. Im Laufe dieses Jahres sind etwa der Verkauf der Harzstraße 2 in Blankenburg oder des Sportzentrums im Wernigeröder Gießerweg 6 geplant. Eine weitere Option ist der Umzug der Kreismusikschule Halberstadt und der Kreisvolkshochschule Harz in einen Teil des Gymnasiums Halberstadt „Haus Käthe Kollwitz“ samt des Verkaufs des heutigen Musikschulobjektes in der Südstraße.