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BCKategorie 08.09.2016 09:53:24 Uhr | Bürgerservice

Einheitsgemeinde Stadt Falkenstein/Harz

Wappen Stadt Falkenstein/Harz

Ermsleben
Markt 1
06463 Falkenstein/Harz
Telefon 034743/960
Fax 034743/96 180
E-Mail: postfach@stadt-falkenstein-harz.de
Internet: www.stadt-falkenstein-harz.de

Ortshaften: Endorf, Ermsleben, Meisdorf, Neuplatendorf, Pansfelde, Reinstedt und Wieserode

Hier wurde deutsches Recht geschrieben

Die Stadt Falkenstein/Harz liegt im Südosten des Landkreises Harz. Mit ihren sieben Ortsteilen umfasst sie eine Fläche von 100 km² mit rund 6 560 Einwohnern. Historisch gesehen gehört das Kerngebiet der Stadt zur ehemaligen Grafschaft Falkenstein. Dieser Umstand führte auch zur Namensgebung der Stadt, die Bezug auf die im Selketal liegende Burg Falkenstein nimmt. Diese ist durch den Sachsenspiegel, das älteste deutsche Rechtsbuch, weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten an der "Straße der Romanik".

Jahrhundertealte kulturelle, soziale und wirtschaftliche Verbindungen zwischen den Gemeinden bildeten die Grundlage für das Entstehen einer Verwaltungsgemeinschaft im Jahre 1992, aus der zum 1. Januar 2002 durch Fusion der vormals selbständigen Gemeinden eine Einheitsgemeinde gebildet wurde. Im Zuge der Kreisgebietsreform 2007 wechselte die Stadt aus dem aufgelösten Landkreis Aschersleben-Staßfurt in den neu gebildeten Landkreis Harz. Verwaltungssitz und zugleich zentraler Ort der Stadt ist der Ortsteil Ermsleben.

Die Bundesstraße B185 von Ballenstedt nach Aschersleben durchquert Ermsleben. Landes- und Kreisstraßen verbinden die Ortsteile mit der B242.

Die topografischen Verhältnisse lassen der Stadt Falkenstein/Harz Raum für eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Während der südwestliche Teil vor allem durch Natur und Tourismus geprägt wird, haben sich im nordöstlichen Teil Handwerks- und Gewerbebetriebe sowie Unternehmen zur alternativen Energiegewinnung angesiedelt. Vor allem die drei Gewerbegebiete in Ermsleben und Reinstedt bieten dazu gute Standortmöglichkeiten. Zu den strukturbestimmenden Unternehmen der Stadt zählen unter anderem solche Unternehmen wie die Tonfunk Elektronik Systeme GmbH und der Holzfenster- und Türenbauer BEHOWA in Ermsleben oder das Reinstedter Kieswerk, das Asphaltwerk; das Post- und Paketzentrum sowie ACZ-Transporte, eine Biogasanlage und ein Windkraftpark in Reinstedt.

Die Landwirtschaft ist ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Dabei zählen die Produktion von Steckzwiebeln und der Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen wie Thymian und Majoran zu den Besonderheiten. Schäferei und Schafzucht sind zum Beispiel in Endorf schon seit dem 15. Jahrhundert ein wichtiger Erwerbszweig. Aber auch die Baumschule in Reinstedt ist über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt.

Wie alle Orte des Landkreises Harz hat auch die Stadt Falkenstein/Harz in den zurückliegenden Jahren mit erheblichen Investitionen infrastrukturelle Maßnahmen realisiert. Das zeigt sich schon auf den ersten Blick an den gepflegten Ortsbildern, aber auch an liebevoll sanierten Privathäusern und modernisierten öffentlichen Gebäuden. In neuem Glanz erstrahlen Gaststätten, Pensionen und Hotels. So ist zum Beispiel das 1796 als Barockschloss der Asseburger erbaute Meisdorfer Schloss nach seiner umfassenden Sanierung nicht nur ein besonderer "Hingucker", sondern als "Parkhotel Meisdorf" auch eine der gefragtesten Adressen für Einheimische und Gäste.

In fünf Kindertagesstätten, einer Grund- und zwei Sekundarschulen werden die jüngsten Falkensteiner betreut. Mit vier Allgemeinmedizinern und drei Zahnärzten kann die medizinische Versorgung von Einwohnern und Gästen gesichert werden. Und das Seniorenwohnzentrum in Meisdorf bietet eine auf die Bedürfnisse der älteren Menschen abgestimmte Betreuung.

Das Territorium der Stadt erstreckt sich über zwei in ihrem Charakter sehr verschiedene Landschaften: Die weiten, reichen Feldfluren des nordöstlichen Harzvorlandes gehen über in das von Flusstälern durchbrochene bewaldete Mittelgebirge des östlichen Unterharzplateaus mit den Orten Endorf, Neuplatendorf, Wieserode und Pansfelde. Das eindrucksvolle Selketal öffnet sich vor Meisdorf zur weiten Selkeaue um Ermsleben und Reinstedt.

Etwa 40 Prozent der Fläche ist bewaldet, mehr als die Hälfte ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. In diesem Bereich befinden sich auch die Naturschutzgebiete "Selketal", "Fried-richshohenberg" und "Clusberg", der geschützte Landschaftspark Degenershausen sowie das Flächennaturdenkmal an der Konradsburg.

Die Stadt Falkenstein/Harz liegt in einer jahrtausendealte Kulturlandschaft. Beiderseits der Selke entstanden frühe Wallanlagen, die heute geschützte archäologische Denkmale sind. Zahlreiche Spuren weisen noch heute auf ehemals die Landschaft prägende Burgen hin. Dazu zählen zum Beispiel die Burgstelle bei Wieserode, die Ruine der Burg Anhalt, der Alte Falkenstein, die Ackeburg bei Pansfelde oder die Konradsburg bei Ermsleben.

Die auf einem Bergsporn südlich von Ermsleben liegende Konradsburg gehört zu den eindrucksvollsten Zeugnissen der Kulturlandschaft und ist mit ihrer Krypta eine imposante Sehenswürdigkeit an der "Straße der Romanik". Der Förderverein Konradsburg engagiert sich nicht nur in besonderer Weise für den Erhalt und die kulturelle Belebung dieser Burg, sondern hat auch die heute wieder voll funktionstüchtige Turmwindmühle in Endorf restauriert. Die bei Pansfelde liegende Burg Falkenstein zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Harzes und ist auch für Einheimische immer wieder ein beliebtes Ausflugsziel.

Dem wohl berühmtesten Sohn der Stadt, dem in Ermsleben geborenen Johann Wilhelm Ludwig Gleim, haben die Falkensteiner mit einer Gleim-Begegnungsstätte in einem Wohnhaus der Familie in Ermsleben ein besonderes Denkmal gesetzt. Das Haus ist heute ein Informationszentrum und eine kulturelle Begegnungsstätte für Einheimische und Gäste der Stadt.

Im staatlich anerkannte Erholungsort Meisdorf wird die Geschichte des bäuerlichen Lebens im neu gestalteten Museumshof, einem der wenigen gut erhaltenen Ringbauernhöfe, lebendig. Eine lange Tradition haben auch die Mühlen im Selketal. In der seit 1521 bestehenden Wassermühle kann noch heute das Getreide der Region gemahlen werden, in anderen Mühlen sind inzwischen urige Hotel- oder Gastwirtschaftsbetriebe eingezogen.

In Neuplatendorf lohnt ein Abstecher in die alte, noch gut erhaltene Fachwerkkirche, die im Jahre 1781 errichtet wurde und Wieserode, der kleinste Ortsteil der Stadt, lockt nicht nur mit wunderschönen Fachwerkhäusern. Hier befindet sich mit dem Landschaftspark Degenershausen auch ein gartenarchitektonisches und dendrologisches Kleinod, das sich übergangslos in die reizvolle Landschaft einfügt. Der Landschaftspark wird seit 1991 rekonstruiert und soll als Bestandteil der in Sachsen-Anhalt ausgewiesenen "Gartenträume" wieder in seiner ursprünglichen Schönheit auferstehen.

Bei so viel Geschichte und Traditionspflege ist es nicht verwunderlich, dass in den Orten der Stadt Falkenstein/Harz auch ganz besondere Feste gefeiert werden. So treffen sich die Reinstedter alljährlich zu Pfingsten zum "Reinstedter Grabenfischen". Dabei wird das Wasser des Mühlengrabens abgelassen und die mit Zylinder, Pfingstrose und buntem Halstuch geschmückten Fischer begeben sich auf Knien in den Graben, um die Forellen mit den Händen zu greifen.
In Neuplatendorf geht das "Maienlaufen" auf die Tradition des Junggesellenvereins zurück und im September treffen sich hier die Einwohner zum "Freischießen". Natürlich gibt es auch in den anderen Ortsteilen alljährlich Schützen- und Volksfeste. Zu den neueren Traditionen zählt das alljährlich in Reinstedt stattfindende Harzer Landwirtschaftsfest. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die zu Ostern oder Weihnachten stattfindenden Feste auf der Konradsburg und auf der Burg Falkenstein.

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