Impfzentrum ohne Barrieren?

Impfzentrum ohne Barrieren?
Blick in die Impfkabinen im Impfzentrum (Quelle: Landkreis Harz)

Von Almut Hartung

Quedlinburg I Wie barrierefrei ist das Impfzentrum des Landkreises Harz für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen? Die Teilhabemanagerinnen Lisa Foth und Almut Hartung waren im Januar und Februar in Quedlinburg unterwegs, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Das Ergebnis überzeugt: Das Impfzentrum ist weitgehend barrierefrei.

„Die Gruppe der über 80-jährigen soll zuerst gegen das Coronavirus geimpft werden. Weil diese Gruppe stärker von körperlichen Gebrechen betroffen ist als der Rest der Bevölkerung, sind verlässliche Informationen zur Barrierefreiheit und zur Erreichbarkeit das A und O. Das sehen wir als unsere Aufgabe und stellen Informationen zur Barrierefreiheit und dem Impfprozess in leichter Sprache auf den Seiten des Landkreises zur Verfügung.“, erklärt Teilhabemanagerin Almut Hartung.

Geprüft wurden unter anderem die Erreichbarkeit des Gebäudes, die Zugänglichkeit und die Barrierefreiheit im Inneren. Begleitet wurden die Prüferinnen durch Immo Kramer, der zu diesem Zeitpunkt Leiter des Impfzentrums war. Das ehemalige Supermarktgebäude sei mit Blick auf Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ausgewählt worden, so Kramer. Zum einen, weil es komplett ebenerdig ist und über automatisch öffnende Türen und ebenerdige Zugänge verfügt. Zum anderen, weil so die Vorgaben zur Eindämmung der Pandemie umgesetzt werden konnten, wie etwa ein Einbahnstraßensystem und die Trennung von Behandlungs- und Wartebereichen. Ein behindertengerechtes WC wurde kurz nach der Eröffnung eingebaut. Etwaige Unterstützungsbedarfe können telefonisch oder am Empfang gemeldet werden. Dafür sei genügend Personal vor Ort, so Kramer weiter.

Die Impflinge durchlaufen insgesamt fünf Stationen in dem Gebäude. Angefangen bei der Anmeldung, über den ersten Wartebereich, bis zum Vorgespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin. Danach schließen sich ein weiterer Wartebereich und die Impfkabinen an. Im Anschluss an die Impfung warten die Impflinge und ihre Begleitpersonen, falls Nebenwirkungen auftreten. Den Abschluss bildet der „Check out“, bei dem der Termin für die zweite Impfung vereinbart wird. Insgesamt solle ein Besuch im Impfzentrum nicht länger als 20 Minuten dauern, erklärt Immo Kramer.

Dass es auch Wermutstropfen gibt, dessen sind sich die Verantwortlichen bewusst. Da sind zum Beispiel der komplizierte Prozess zur Vergabe der Impftermine über die Telefonnummer 116117, an dem viele Anrufer verzweifeln, und die fehlende Barrierefreiheit der Bushaltestelle in der Stresemannstraße. Das Impfzentrum im August-Bebel-Ring 13 in Quedlinburg ist bisher die einzige zentrale Einrichtung, in der sich die Einwohner des Landkreises gegen das Sars-CoV-2-Virus immunisieren lassen können. Es gibt so gut wie keine Alternative für Menschen, die die Anreise nicht selbst bewältigen können, da die Impfteams im Landkreis nur Pflegeeinrichtungen anfahren können. Das hänge mit den Eigenschaften der Impfstoffe zusammen, die nicht lange Zeit ungekühlt transportiert werden könnten, so Kramer. Abhilfe sollen dezentrale Impfzentren in Thale, Blankenburg (Harz) und dem Oberharz schaffen. Die ersten Einrichtungen sind bereits in Betrieb. Und auch die Zulassung weiterer Impfstoffe stimme optimistisch.

Informationen zur Barrierefreiheit des Impfzentrums finden Sie unter: www.kreis-hz.de.

 

© Örtliches Teilhabemanagement E-Mail

Zurück