Neue Wege in der Lipödem Therapie
Was sich für Betroffene jetzt ändert
Lipödem ist eine chronische, schmerzhafte Fettverteilungsstörung, die vor allem Frauen betrifft. Typisch sind starke Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Schwellungen und eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Lebensqualität. Lange galten konservative Maßnahmen wie Kompressionstherapie und Lymphdrainage als einzige Behandlung – oft mit begrenztem Erfolg und hoher Eigenbeteiligung.
Doch nun hat sich die Versorgungslage grundlegend verändert: Die sogenannte LIPLEG-Studie, die im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) durchgeführt wurde, liefert erstmals belastbare Daten zur Wirksamkeit der Fettabsaugung (Liposuktion) bei Lipödem. Die Ergebnisse zeigen: Der Eingriff kann bei Patientinnen in allen drei Stadien der Erkrankung zu einer signifikanten Schmerzreduktion und einer Verbesserung der Lebensqualität führen.
Der G-BA hat daher am 17. Juli 2025 beschlossen, dass die Liposuktion künftig eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen wird – unabhängig vom Stadium. Der Beschluss steht noch unter Vorbehalt der rechtlichen Prüfung durch das Bundesgesundheitsministerium, wird aber voraussichtlich noch 2025 in Kraft treten.
Wichtig für Betroffene:
- Eine konservative Behandlung über mindestens sechs Monate ist weiterhin Voraussetzung für die Kostenübernahme.
- Der Body-Mass-Index (BMI) darf in der Regel 35 kg/m² nicht überschreiten.
- Die Diagnose muss im sogenannten Vier-Augen-Prinzip gestellt werden, also durch zwei Fachärzte unabhängig voneinander.
- Die Operation darf nur durch erfahrene Fachärzte in zertifizierten Einrichtungen erfolgen, die am Qualitätssicherungsverfahren teilnehmen.
Was bedeutet das für die Teilhabe – und für die Betroffenen selbst?
Für viele Frauen ist dieser Beschluss ein Durchbruch. Jahre- oder sogar jahrzehntelanges Leiden, unzählige Arztbesuche, das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden – das hat nun ein Ende. Die Entscheidung des GBA bedeutet für viele nicht nur Zugang zu einer wirksamen medizinischen Behandlung, sondern auch ein Stück zurückgewonnene Kontrolle über den eigenen Körper.
Es ist eine Anerkennung: Das Lipödem ist keine Frage der Disziplin oder „Einbildung“, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die nun auch systematisch behandelt werden darf – ohne dass Betroffene sich selbst verschulden oder hohe Summen zahlen müssen.
Für viele beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt: mit mehr Beweglichkeit, weniger Schmerzen – und mehr Möglichkeiten, am sozialen, beruflichen und kulturellen Leben teilzuhaben.
Weitere Informationen zur LIPLEG-Studie: www.g-ba.de/lipleg-studie
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Lip-ödem: Neue Behandlung wird bezahlt
Lip-ödem ist eine Krank-heit mit mehr Fett am Körper.
Sie ist schmerz-haft und trifft vor allem Frauen.
Typisch sind:
- starke Schmerzen
- Druck-empfindlich-keit
- Schwellungen
- weniger Lebens-qualität
Diese Sachen halfen oft nur wenig und waren anstrengend:
- enge Strümpfe oder Kleidung (das schwere Wort: Kompressions-therapie)
- besondere Massage (das schwere Wort: Lymph-drainage)
Am 17. Juli 2025 hat der Gemeinsame Bundes-ausschuss (G-BA) beschlossen:
Die Fett-absaugung wird künftig von den Kranken-kassen bezahlt – für alle Frauen mit Lip-ödem.
Der Beschluss muss noch geprüft werden.
Wichtig für Patienten
Zuerst muss eine andere Be-hand-lung (Kompression oder Massage) mindestens 6 Monate ausprobiert werden.
Der Body-Mass-Index (BMI) darf meist nicht höher als 35 sein.
Die Diagnose muss von zwei Fach-ärzten bestätigt werden.
Die Operation darf nur von erfahrenen Ärzten in zertifizierten Kliniken gemacht werden.
Was bedeutet das für die Frauen?
Für viele ist das ein großer Schritt.
Viele Frauen leiden schon Jahre, mussten oft zum Arzt und wurden nicht ernst genommen.
Jetzt gibt es:
- Zugang zu einer Be-handlung
- Mehr Kontrolle über den eigenen Körper
- An-erkennung der Krankheit
Das Lipödem ist eine ernsthafte Krankheit, keine Frage von Disziplin oder Einbildung.
Die Behandlung wird nun ohne hohe Kosten möglich.
Viele Frauen können nun:
- sich besser bewegen
- weniger Schmerzen haben
- wieder am sozialen, beruflichen und kultu-rellen Leben teilnehmen
Weitere Infos zur LIPLEG-Studie: www.g-ba.de/lipleg-studie