Menschen mit Behinderung in der Modebranche

Frau sitzt vor einem Rollstuhl im Park ©https://instagram.com/briscalesse?igshid=YmMyMTA2M2Y=

Die Macht der Repräsentanz - Warum zu einer "besseren" Modebranche auch Menschen mit Behinderung gehören

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben 15 Prozent aller Menschen eine Behinderung, somit bilden sie die größte Minderheit der Welt. Jeder von uns könnte im Laufe seines Lebens zu dieser Minderheit gehören. Und trotz dieses Wissens, werden Menschen mit einer Behinderung auf verletzende Stereotype reduziert oder sogar komplett außen vor gelassen.

Judy Heumann, eine langjährige Aktivistin für die Rechte von Menschen mit einer Behinderung, führt das auf die allgemeine Annahme zurück, dass Menschen mit einer Behinderung nicht in der Lage seien, ein erfülltes und freies Leben zu führen. So sagte sie in einem Interview: " Die Leute nehmen uns nicht als gleichwertige Mitglieder ihrer Gemeinschaften, ihrer Schulen, ihrer Moscheen, ihrer Kirchen, ihrer Synagogen, ihrer Clubs oder was auch immer wahr. Sie  sehen uns und denken 'Wie kann man nur so leben?'" Genau deshalb ist authentische Repräsentanz  von Menschen mit Behinderungen so entscheidend.

Aber das Grundproblem geht weit darüber hinaus. Das Konzept der Schönheit, was wir als Schön empfinden und was als ästhetisch gilt, wird uns seit der Kindheit von der Gesellschaft auferlegt. Das Resultat daraus, wenn das Idealbild von Schönheit nie so aussieht wie man selbst, sehen wir oft in den sozialen Medien. Viele junge Menschen haben wenig Selbstvertrauen oder ihrer Selbstachtung, weil dieses Idealbild es unglaublich schwer macht, den eigenen Körper zu lieben und zu akzeptieren.

In den letzten Jahren konnte man allerdings einige Veränderungen in der Modebranche und in den sozialen Medien wahrnehmen. Die sozialen Medien werden immer mehr zu einem Werkzeug, mit dem Menschen mit Behinderungen selbst kontrollieren können, wie sie wahrgenommen werden möchten. Gleichzeitig eröffnete der Ruf nach größerer Vielfalt und die aufkommende Body-Positivity-Bewegung neue Räume, um Schönheit in einem neuen Licht und verschiedenen Formen zu sehen und zu feiern. Das Erfolgsergebnis daraus ist, dass wir nun auch Menschen mit einer Behinderung auf den Laufstegen der großen Modekonzerne, auf den Titelseiten der Modezeitschriften, sowie in Werbeanzeigen für Beauty- und Mode-Kampagnen sehen.

Jillian Mercado ist ein Beispiel dafür, wie das mit der Inklusion wirklich funktionieren kann. Jillian Mercado ist ein amerikanisches Model – sie ist bei einer der größten Modelagenturen der Welt unter Vertrag, Und sie benutzt einen Rollstuhl. Ihr wohl größter Auftrag bisher: die Sängerin Beyoncé hat sie als Model für ihren Onlineshop engagiert. Sie wurde als eine von vielen Models gebucht und kein Model wurde besonders herausgehoben, sodass ihr Rollstuhl nicht im Vordergrund stand. Ein weiteres Beispiel ist Bri Scalesse, die im Alter von sechs Jahren einen schweren Autounfall hatte, der zu einer Rückenmarksverletzung führte, wodurch sie querschnittsgelähmt ist. Bri Scalesse hat eine eigene Fotostrecke in der italienischen Vogue erhalten und wird für Laufstege über ihr Modelmanagement gebucht. Und auch die legendäre Dessous-Marke "Victoria Sceret" ist um ein Model reichen geworden, die 24-jährige Puerto-Ricanerin Sofía Jirau ist das erste Model mit Down-Syndrom, dass für die Dessous-Marke modelt und über den Laufsteg läuft.

Hier sieht man, dass die Inklusion von Menschen mit Behinderung in Mode und Kosmetik ein erster sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist, trotzdem hat die Branche noch einen weiten Weg vor sich. Denn um Diversität auf allen Ebenen zu leben, braucht es nicht nur Menschen mit Behinderung in Werbekampagnen, es braucht sie zum Beispiel auch als Mitarbeiter*innen in den Unternehmen die die Werbekampagnen planen und organisieren.

Die andere Seite der Modebranche ist der Endverbraucher. Für Menschen mit Behinderung ist barrierefreie Kleidung nach wie vor Mangelware. Doch auch hier tut sich etwas, denn große Marken versuchen sich in der Herstellung barrierefreier Bekleidung. Der Modedesigner Tommy Hilfiger zum Beispiel hat eine neue Kollektion kreiert, die den täglichen Herausforderungen von Menschen mit Behinderung gerecht werden soll. So setzen die Stücke der Kollektion auf magnetische Verschlüsse, erweiterte Hosenbünde und Stretch-Materialien, die den verschiedenen alltäglichen Ansprüchen gerecht werden sollen. Ziel dieser Kollektion ist ein lösungsorientiertes Design mit dem Tommy Hilfiger üblichen Anspruch an Look und Modernität zu bieten. Ein weiteres Bespiel ist der Sportwarenhersteller Nike, der den ersten "freihändigen" Sneaker entwickelt hat. Unter dem Namen "Go FlyEase" wurde auf Schnürsenkel verzichtet. Nike hat somit einen Sneaker entwickelt der Bequemlichkeit bieten soll und nach dem "Reinschlüpfen" ganz automatisch verschließt.

Es tut sich also etwas in der Modebranche, sei es auf dem Laufsteg, in der Werbung oder in inklusiver Mode. Die Modemarken stoßen gemeinsam mit ihren Role Models wie Jillian Mercado, Bri Scalesse und Sofia Jirau- eine Entwicklung an. Ein Bewusstsein und einen Trend, der zeigt, dass die Modebranche auch Menschen mit einer Behinderung und ihren Wunsch nach Mode, Stil und Individualität berücksichtigen kann und auch berücksichtigen muss.

 

Quellen:

https://contergan-infoportal.de/news/der-modemarkt-entdeckt-menschen-mit-behinderung-als-zielgruppe/

https://de.tommy.com/tommy-adaptive?cmpid=ch:cpc|so:google|ca:tommy%20adaptive|cr:443458621108|lb:10341905718|ag:109777674944|pi:kwd-397158687754 HYPERLINK "https://de.tommy.com/tommy-adaptive?cmpid=ch:cpc%7Cso:google%7Cca:tommy%20adaptive%7Ccr:443458621108%7Clb:10341905718%7Cag:109777674944%7Cpi:kwd-397158687754&gclid=EAIaIQobChMIuZrS6Yjv8QIVHYODBx22BgpxEAAYASAAEgI2vfD_BwE&gclsrc=aw.ds"& HYPERLINK "https://de.tommy.com/tommy-adaptive?cmpid=ch:cpc%7Cso:google%7Cca:tommy%20adaptive%7Ccr:443458621108%7Clb:10341905718%7Cag:109777674944%7Cpi:kwd-397158687754&gclid=EAIaIQobChMIuZrS6Yjv8QIVHYODBx22BgpxEAAYASAAEgI2vfD_BwE&gclsrc=aw.ds"gclid=EAIaIQobChMIuZrS6Yjv8QIVHYODBx22BgpxEAAYASAAEgI2vfD_BwE HYPERLINK "https://de.tommy.com/tommy-adaptive?cmpid=ch:cpc%7Cso:google%7Cca:tommy%20adaptive%7Ccr:443458621108%7Clb:10341905718%7Cag:109777674944%7Cpi:kwd-397158687754&gclid=EAIaIQobChMIuZrS6Yjv8QIVHYODBx22BgpxEAAYASAAEgI2vfD_BwE&gclsrc=aw.ds"& HYPERLINK "https://de.tommy.com/tommy-adaptive?cmpid=ch:cpc%7Cso:google%7Cca:tommy%20adaptive%7Ccr:443458621108%7Clb:10341905718%7Cag:109777674944%7Cpi:kwd-397158687754&gclid=EAIaIQobChMIuZrS6Yjv8QIVHYODBx22BgpxEAAYASAAEgI2vfD_BwE&gclsrc=aw.ds"gclsrc=aw.ds

https://www.nike.com/de/flyease/go-flyease

https://www.vogue.de/mode

https://cavange.com/bri-scalesse-wants-to-see-more-disabled-models/

 

Text in einfacher Sprache:

In den letzten Jahren nimmt die Modebranche Menschen mit Behinderung immer mehr wahr.

Es gibt immer mehr Models mit einer Behinderung.

Immer mehr Modemarken buchen Models in einer Behinderung.

So werden Menschen mit Behinderung besser integriert.

© Sophia Schubert E-Mail

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