BCKategorie 08.09.2016 09:53:24 Uhr

Christian Hallbauer

Christian Hallbauer wurde am 4. Februar 1900 als Sohn des Malers und Bildhauers Otto Hallbauer in Wernigerode geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs er in der Familie seiner Mutter auf. Nachdem er 1918 ein Notabitur ablegte, wurde er in den letzten Monaten des Krieges noch Soldat. Nach Kriegsende war er ein Suchender und wendete sich der Anthroposophie zu. Ab 1920 studierte er an der Hochschule für bildende Kunst zu Weimar. Dort lernte er die studierte Buchbinderin und Zeichenlehrerin Marianne Lichtwald kennen, die er im Jahre 1931 zur Frau nahm. Gemeinsam zogen sie nach Wernigerode. Den immer radikaler werdenden Verhältnissen in Deutschland versuchten die Hallbauers zu entfliehen, indem sie viel verreisten. 1932 verbrachten sie ein halbes Jahr in Nordnorwegen, wo zahlreiche Gemälde entstanden. Als sich herausstellte, dass sein ehemaliger Lehrer ein Jude war und Christian Hallbauer eine Patentschaft über das Kind einer befreundeten Halbjüdin übernahm, bekam er von den Behörden 1938 ein Berufs- und Ausstellungsverbot ausgesprochen. Daraufhin verließen die Hallbauers Deutschland und emigrierten nach Trondheim in Norwegen. Der deutsche Sicherheitsdienst nahm die Familie fest und hielt sie mehrere Wochen fest. Christian Hallbauer bekam die Chance, seine undeutsche Haltung wieder gutzumachen und als Dolmetscher für den deutschen Sicherheitsdienst zu arbeiten. Als er dies verweigerte, wurden die Eheleute ohne Ausweispapiere entlassen. Ihr Fleiß und ihre Solidarität halfen ihnen zu überleben. So malte Christian Hallbauer Bilder der einsamen Gehöfte. Marianne hingegen nähte Hochzeits- und Festkleider für die Bauersfrauen. Nach Beendigung des Krieges verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Malers, bevor er 1954 verstarb.

 

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