BCKategorie 08.09.2016 09:53:24 Uhr

Afrikanische Schweinepest

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Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Tierseuche, die ursprünglich auf den afrikanischen Kontinent beschränkt war, in den letzten Jahren aber auch zahlreiche Wild- und Hausschweine in Mittel- und Osteuropa infizierte. Auf den Menschen ist die Krankheit nicht übertragbar – dennoch ist eine Ausbreitung der Seuche insgesamt gefährlich. Bei einer raschen Verbreitung können ganze Wild- und Haustierbestände betroffen sein und damit regelrecht ausgerottet werden.

Im vergangenen Jahr wurden Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Belgien und ein großflächiger Ausbruch in Westpolen bekannt. Die Seuchenfälle sind bis auf 10 Kilometer an der deutschen Grenze zu verzeichnen, was das Risiko für eine grenzübergreifende Ausbreitung nach Deutschland immer wahrscheinlicher macht.

Erkrankte Tieren haben meist ähnliche Symptome wie bei einer klassischen (europäischen) Schweinepest. Hohes Fieber ist dabei als ein zentrales Anzeichen erkennbar. Die meisten erkrankten Tiere verenden innerhalb kürzester Zeit. Sollten Tierhalter oder Jäger tote Tiere auffinden, sind diese Fälle unbedingt dem Veterinäramt zu melden und eine Probenentnahme vornehmen lassen. Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig und muss über einen Labortest festgestellt werden.

Hoftierärzte, aber auch Landwirte, bittet das Veterinäramt nachdrücklich, beim Auftreten akuter Symptome, die nicht klar einer anderen Erkrankung zugeordnet werden können und auf Antibiotikagabe nicht ansprechen, Proben zur Untersuchung einzusenden. Gleiches gilt bei unklaren fieberhaften Allgemeininfektionen, Aborten oder vermehrten Verendungen. Zutritt zu den Ställen darf dann nur unbedingt notwendigen Besuchern wie Tierärzten gewährt werden. Auch Fahrten zwischen den Betrieben sollten auf das Nötigste beschränkt werden. Bei einem potentiellen Ausbruch in Hausschweinbeständen wird davon ausgegangen, dass die Infektionszahlen aufgrund der hohen Tierdichte und der fehlenden Rückzugsmöglichkeiten sehr rasch ansteigen. Deshalb sei gerade hier eine rasche Beprobung und Aufklärung wichtig.

Jäger sind aufgefordert, ein vermehrtes Auftreten von sogenanntem Fallwild, also nicht durch Jagd erlegte Wildtiere, insbesondere Schwarzwild, der zuständigen Behörde zu melden, beziehungsweise entsprechende Proben (vor allem von Schweiß, Lymphknoten, Milz und Lunge) amtlich abklären zu lassen. Impfungen und Heilversuche sind gesetzlich verboten.

Die Ausbreitung der ASP hat verschiedene Ursachen. In Afrika ist der Hauptüberträger die Lederzecke, die hierzulande nicht vorkommt. Meist erreicht die Schweinepest den Hausschweinebestand durch Übertragung durch infizierte Wildschweine sowie durch die Aufnahme von infizierten Lebensmitteln tierischer Herkunft. In diesem Zusammenhang erarbeitete das Friedrich-Löffler-Institut – eine Bundesforschungseinrichtung für Tierseuchen – eine Risikobewertung zur Einschleppung der ASP aus Verbreitungsgebieten nach Deutschland.

Das Risiko eines Eintrags über verseuchtes Material, insbesondere durch Schweinefleisch, ebenso durch infizierte Wildschweine wird in Gegenden, in der Nähe zu den betroffenen Gebieten leben, wurde als hoch eingeschätzt. Das Risiko eines Eintrages über Jagdtourismus hingegen als mäßig.

Alle Reisenden (vor allem Fernfahrer) sind aufgefordert, keine Lebensmittel tierischer Herkunft, beispielsweise als Reiseproviant, aus den betroffenen Gebieten mitzubringen. Reste derartiger Lebensmittel dürfen nur in für Wildtiere unzugänglichen Abfallbehältern (zum Beispiel an Autobahnraststätten) entsorgt werden.

Bei Fragen rund um die Afrikanische Schweinepest können sich Tierhalter, Landwirte, Jäger sowie Betroffene an das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Harz wenden. Kontaktmöglichkeiten sowie weitere Informationen sind im Internet unter www.kreis-hz.de/de/veterinaerwesen-und-lebensmittelueberwachung.html zu finden.

Hintergrund: Im Jahr 2007 gelangte die Afrikanische Schweinepest über einen georgischen Schwarzmeerhafen auf den europäischen Kontinent und breitete sich danach in die Nachbarländer aus. Mittlerweile sind die europäischen Mitgliedsstaaten Estland, Lettland, Litauen, Serbien, Slowakei, Ukraine, Bulgarien, Rumänien und Ungarn, aber auch die an Deutschland grenzenden Länder Polen und Belgien betroffen. 2017 trat das Virus auch in Tschechien auf, konnte jedoch bereits getilgt werden. 2019 wurden in Europa insgesamt 6.373 Wildtier- und 1.911 Hausschweinefälle registriert. Die meisten ASP-Fälle bei Wildschweinen gab es in Polen (2.477). EU-weit waren in der 1.Jahreshälfte 2020 bereits ~ 7400 Fälle (341 Hausschwein, 7.034 Wildschwein) zu verzeichnen.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.fli.bund.de/
http://www.bmel.de/

https://risikoampel.uni-vechta.de/ 

 

 

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