Gruppensupervision für Integrationslotsen im Landkreis Harz: Austausch und Reflexion als Stütze in herausfordernden Situationen
Auf Einladung von Susanne Reinhardt, Koordinatorin für Migration und Ehrenamt im Sozialamt des Landkreis Harz, trafen sich die Ehrenamtlichen des Projekts „Ehrenamtliche Integrationslotsen des Landkreises Harz“ am 19. August 2026 zu einer klassischen Gruppensupervision. Unter der fachkundigen Leitung der Supervisorin Jana Diesener tauschten sich die Teilnehmenden über ihre Erfahrungen in der Begleitung von Zugewanderten aus.
Die Arbeit der Integrationslotsen ist anspruchsvoll und emotional fordernd: Sie kämpfen täglich mit Sprachbarrieren, behördlichen Angelegenheiten und der psychischen Belastung der Geflüchteten, die oft Trauma, Unsicherheit oder Langeweile erleben. Gleichzeitig stoßen sie selbst auf Anfeindungen aus der Gesellschaft und müssen lernen, mit eigenen Grenzen und Überlastung umzugehen. Die Begleitung erfordert Geduld, da viele Prozesse langwierig und für Geflüchtete schwer verständlich sind. Zudem ist die Kontinuität der Unterstützung oft schwierig, weil Ehrenamtliche nur begrenzt Zeit haben. Trotz dieser Herausforderungen bleibt das Engagement wichtig, um Geflüchteten den Einstieg in die neue Heimat zu erleichtern.
Die Supervision bietet hier einen geschützten Rahmen für kollegialen Austausch und Reflexion. Die Teilnehmenden entwickeln Strategien, um herausfordernde Situationen und emotionale Belastungen besser zu bewältigen. Die professionelle Begleitung stärkt ihre Handlungssicherheit und emotionale Widerstandsfähigkeit – und ermöglicht es ihnen, langfristig effektiv und professionell zu handeln.
Supervision ist ein unverzichtbares Werkzeug, um die fachliche Kompetenz und Arbeitsfähigkeit der ehrenamtlichen Integrationslotsen im Migrationsbereich nachhaltig zu sichern – zum Wohl der Geflüchteten und der Ehrenamtlichen selbst.
Die Lotsen lobten das Format: Die Veranstaltung wurde als bereichernd und freudvoll erlebt, insbesondere der direkte, persönliche Dialog wurde als besonders gewinnbringend hervorgehoben.
Ein herzlicher Dank gilt der Akademie Überlingen N. Glasmeyer GmbH am Standort Quedlinburg für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Gastfreundschaft.
Hintergrund
Aktuell gibt es 23 vom Landrat berufene Integrationslotsen. Diese unterstützen insbesondere die in Wohnungen untergebrachten Ausländer sowie sonstige drittstaatsangehörige Ausländer und EU-Bürger mit entsprechendem Unterstützungsbedarf bei der Orientierung in der neuen Umgebung und ermöglichen ihnen so eine schnellere Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Seit 2016 beschäftigt der Landkreis Harz ehrenamtliche Integrationslotsen zur Unterstützung der hauptamtlichen Integrationsarbeit. Dies ist durch eine Förderung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt möglich, welche die ehrenamtliche Tätigkeit von Integrationslotsen auf kommunaler Ebene unterstützt.
Bürger, die sich für das Ehrenamt als Integrationslotse interessieren, erreichen die Koordinationsstelle für Migration und Ehrenamt per E-Mail an integration&inklusion@kreis-hz.de.


