Fusion von Harztheater und Philharmonischem Kammerorchester besiegelt: Verschmelzungsvertrag heute beim Notar unterzeichnet
Mit der heutigen Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrages beim Notar ist ein wichtiger Schritt für die kulturelle Zukunft des Harzes vollzogen: Die Philharmonische Kammerorchester Wernigerode GmbH (PKOW) und die Harztheater gGmbH werden zum 1. Juli 2026 zu einer gemeinsamen Gesellschaft zusammengeführt. Die neue Organisation wird unter dem etablierten Namen Harztheater gGmbH auftreten und die kulturellen Stärken beider Einrichtungen unter einem Dach vereinen.
„Die Zusammenführung beider Häuser ist das Ergebnis eines intensiven und vertrauensvollen Prozesses. Dabei war es uns wichtig, alle Beteiligten einzubeziehen – von den Geschäftsführungen über die Künstlerinnen und Künstler sowie die Mitarbeitenden in Verwaltung und Technik bis hin zu den vielen Menschen, die unsere Kulturangebote mit Leben füllen und begleiten“, betont Landrat Thomas Balcerowski nach der gemeinsamen Unterzeichnung des Vertrages.
Besondere Herausforderungen bestanden insbesondere in der Sicherung der Beschäftigungsverhältnisse sowie in der Berücksichtigung unterschiedlicher tariflicher Regelungen. Ziel war es, für alle Mitarbeitenden verlässliche Perspektiven zu schaffen und gleichzeitig die kulturelle Leistungsfähigkeit beider Einrichtungen langfristig zu stärken.
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergeben sich nur wenige Veränderungen. Für die Beschäftigten des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode ändert sich insbesondere die Bezeichnung und der Sitz des Arbeitgebers. Gleichzeitig werden Verwaltungsstrukturen zusammengeführt und Prozesse effizienter gestaltet.
Für Besucher bleiben die kulturellen Angebote erhalten. Zukünftig sollen sie von den Vorteilen der gemeinsamen Organisation profitieren. Durch die Bündelung der Kompetenzen entsteht ein noch breiter gefächertes Kulturangebot. Darüber hinaus wird der Ticketkauf vereinfacht: Die bereits etablierte Marketing- und Vertriebsstruktur der Harztheater gGmbH mit zahlreichen Verkaufsstellen und Informationsplattformen ermöglicht eine nahtlose Integration der bisherigen Vertriebswege des Philharmonischen Kammerorchesters.
Zugleich stärkt die Fusion die bestehenden Spielstätten in der Region und schafft die Grundlage, das kulturelle Angebot im Harz nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln. „Wir haben es geschafft den Landkreis Harz nun auch im kulturellen Bereich zu vereinen. Neben Harzer Verkehrsbetriebe, dem Harzklinikum und Harzsparkasse ist nun auch das Harztheater als eine große gemeinsame Institution im Landkreis verbunden“ so Thomas Balcerowski.
Mit der heutigen Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrages findet ein mehrjähriger Prozess seinen erfolgreichen Abschluss. Vom ersten Grundsatzbeschluss des Kreistages im Februar 2022 bis zur notariellen Beurkundung vergingen rund vier Jahre und fünf Monate.
Hintergrund:
Der Weg bis zu diesem Schritt war lang und anspruchsvoll. Bereits am 2. Februar 2022 beschloss der Kreistag die Auflösung des Zweckverbandes Nordharzer Städtebundtheater und dessen Umwandlung in eine GmbH. Mit dem Beschluss vom 11. Mai 2022 zur Gründung der Harztheater gGmbH wurden die strukturellen Voraussetzungen geschaffen. Die Gründung der Gesellschaft erfolgte am 20. Dezember 2022, die Auflösung des Zweckverbandes zum 1. Januar 2024. Erst damit war die rechtliche Grundlage für eine spätere Verschmelzung geschaffen.
Am 13. Dezember 2023 legte der Kreistag im Rahmen der Finanzierung des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode für die Förderperiode 2024 bis 2028 fest, dass beide Kulturinstitutionen fusionieren sollen. Nach umfangreichen Vorbereitungen und zahlreichen erforderlichen Beschlüssen in den kommunalen Gremien sowie den beteiligten Fördervereinen, beschloss der Kreistag am 14. Mai 2025 schließlich die Verschmelzung.



