Bennecke, Jürgen

Jürgen Bennecke wurde am 11. September 1912 in Halberstadt als Sohn eines Offiziers geboren. Er absolvierte 1930 das Abitur und trat danach als Offiziersanwärter in das 12. Infanterie-Regiment in die Reichswehr in Halberstadt ein. Von 1931 bis 1933 besuchte er die Infanterieschule in Dresden und wurde 1933 bis 1934 Kompanieoffizier im 12. Infanterie-Regiment in Quedlinburg und 1934 bis 1935 Adjutant im Infanterie-Regiment Glogau. Anschließend war er bis 1938 Adjutant im Infanterieregiment 54 in Freistadt. Zwischen 1938 und 1939 war er Kompaniechef im Infanterie-Regiment 83 in Hirschberg. Im März 1939 absolvierte er die Prüfung an der Kriegsakademie. Während des II. Weltkrieges stieg Bennecke in seiner Laufbahn bis zum stellvertretender 1. Generalstabsoffizier der Heeresgruppe Mitte auf, bis er im Mai 1945 in US/Britische Kriegsgefangenschaft geriet. 1947 bis 1952 war er in der Landwirtschaft tätig. Nach dem Krieg wurde Bennecke dann 1952 in das Amt Blank berufen. Dort war er Chefgruppenleiter des Koordinierungsausschusses Oberst a. D. Fett beim Interimsausschuss der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft in Paris. 1953 wurde er Referatsleiter und 1955 Unterabteilungsleiter im Bundesministerium der Verteidigung. 1955 übernahm man ihn als Oberst in die Bundeswehr. In seiner Bundeswehrlaufbahn arbeitete er sich hoch, bis er schließlich am 15. März 1968 zum General befördert wurde und vom 01. Juni 1968 bis 30.09.1973 NATO-Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte Europa-Mitte (CINCENT Commander in Chief, Allied Forces Central Europe - AFCENT -) in Brunssum (Niederlande) war. Dort erwarb er sich Verdienste bei der Umsetzung der NATO-Strategie der „Flexiblen Reaktion“ durch den Aufbau einer militärischen Führungsorganisation. Zum 01. Oktober 1973 trat Bennecke dann in den Ruhestand. Während seines Ruhestands war er noch bis 1983 Präsident der Gesellschaft für Wehrkunde e. V. (GfW) in Konstanz, Lehrbeauftragter für Strategie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Gutachter im Guillaume-Prozess. Bennecke starb am 17. Juni 2002 in Müllheim und hinterließ eine Frau und vier Kinder.

 

© Matthias Meissner E-Mail

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