Korfes, Otto, Dr.

Dr. Otto Korfes wurde am 23. November 1889 als Sohn eines Pastors in Wenzen/Gandersheim geboren. Er besuchte das Gymnasium in Blankenburg und trat am 17. März 1909 als Fahnenjunker in das 3. Magdeburgische Infanterie-Regiment Nr. 66 ein, wo er in seiner Laufbahn bis zum Leutnant aufstieg. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er zunächst als Zugführer in seinem Regiment verwendet und war an der Eroberung der Festung Lüttich beteiligt. Im weiteren Verlauf des Krieges kämpfte er ausschließlich an der Westfront und erreichte im Dezember 1917 den Rang eines Hauptmanns. In dieser Funktion erfolgte am 11. April 1918 seine Versetzung in den Stab der 7. Division. Korfes schied am 30. September 1920 aus dem aktiven Dienst der Reichswehr als Major aus. Im Alter von 31 Jahren studierte Korfes an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und promovierte 1923 zum Doktor der Staatswissenschaften. Von April 1920 bis zum 01. Juni 1937 war er beim Reichsarchiv Potsdam beschäftigt. Als Major der Reserve wurde Korfes am 01. Juni 1935 von der Wehrmacht reaktiviert und dem Infanterie-Regiment 66 zugewiesen. Mit der Übernahme in das aktive Verhältnis folgte zeitgleich die Ernennung zum Kommandeur des I. Bataillons. Korfes stieg in seiner Laufbahn auf und wurde schließlich am 01. Januar 1943 zum Divisionskommandeur ernannt. Bei der Schlacht um Stalingrad geriet er am 31. Januar 1943 in sowjetische Kriegsgefangenschaft im Kriegsgefangenenlager 5110/48 Woikowo. Er engagierte sich nach seiner Freilassung im Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD), um an der Front die deutschen Soldaten aufzurufen, sich zu ergeben und damit dem Krieg ein Ende zu setzen. Als NKFD-Mitglied arbeitete er in der Sowjetunion eng mit Walter Ulbricht zusammen. Dadurch waren seine Familienmitglieder der sogenannten Sippenhaft unterworfen und wurden von der Gestapo in Gefängnisse und KZs verschleppt. Korfes 1948 zog Korfes nach Potsdam zurück. Als Leiter des Staatsarchivs Potsdam und der Hauptabteilung Archivwesen im Innenministerium schuf er dort die Grundlagen des DDR-Archivwesens. Die DDR übernahm ihn als aktives Mitglied der National-Demokratischen Partei Deutschlands und in die Führung der Volkspolizei, jedoch unter Beobachtung der Staatssicherheit.Von 1952 bis 1956 war er als Generalmajor der Kasernierten Volkspolizei Leiter der historischen Abteilung des MdI und stellvertretender Leiter des Stabes der Operativabteilung der Kasernierten Volkspolizei. Er unterstützte auch wissenschaftlich-inhaltlich das Museum für Deutsche Geschichte. Des Weiteren war Korfes seit Gründung des Nationalrates der Nationalen Front im Jahr 1950 Mitglied des Nationalrates und Vorsitzender des Bezirksausschusses Potsdam, Mitglied der Sektion Geschichte der Akademie der Wissenschaften und von 1958 bis zum Tode Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ehemaliger Offiziere. Dr. Otto Korfes starb am 24. August 1964 in Potsdam und wurde auf dem Neuen Friedhof in Potsdam beigesetzt.

 

© Matthias Meissner E-Mail

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