von Branconi, Maria Antonia

Marie Antonia von Branconi wurde am 27. Oktober 1746 in Genua als Tochter deutsch-italienischer Eltern geboren und wuchs in Neapel auf. Im Alter von 12 Jahren wurde sie mit J. J. Francesco Pessina de Branconi verheiratet, einem Beamten der königlich neapolitanischen Generalpachtungen. Im Alter von 20 Jahren war sie bereits Witwe und Mutter eines Sohnes, Antonio Francesco Salvatore Pessina de Branconi, und einer Tochter, Anna Maria Antonia Rosa Pessina. Im November 1766 lernte sie den Braunschweiger Thronfolger Karl Wilhelm Ferdinand kennen, der sich nach seiner Heirat im Jahre 1764 auf ausgedehnten Studienreisen durch Europa befand. Sie ging mit dem braunschweigischen Erbprinzen als dessen offizielle Mätresse nach Braunschweig. Der gemeinsame Sohn Karl Anton Ferdinand wurde am 29. Dezember 1767 geboren und in der Andreaskirche protestantisch getauft. Der als Taufzeuge fungierende Großvater Herzog Karl I. setzte sich erfolgreich für die Erhebung des unehelichen Kindes als Graf Forstenburg in den Reichsgrafenstand ein. Maria Antonia von Branconi wurde 1774 gemeinsam mit ihren beiden Kindern aus der Ehe mit Branconi durch Kaiser Joseph II. geadelt. Der Bruch mit dem Erbprinzen erfolgte 1777, welcher daraufhin Luise von Hertefeld zu seiner neuen Mätresse machte. Danach zog Branconi nach Langenstein und unternahm mehrere Reisen in die Schweiz und nach Frankreich. Von 1787 bis 1791 lebte sie in Paris und brachte 1788 auch ihren Sohn Jules Adolph Marie zu Welt. 1790 wurde von Branconi letztmalig in Langenstein gesehen. Zur Linderung ihrer altersbedingten gesundheitlichen Beschwerden unternahm sie mehrere Badereisen, wie auch am Tag ihres Todes, dem 07. Juni 1793 in Abano. Am 19. Juni 2011 wurde im Schloss Wernigerode, welches heute museal genutzt wird, ein Branconi-Zimmer eingeweiht. Dort sind ein Portrait und diverse Möbel Branconis ausgestellt, die sich bis zur Enteignung durch die Bodenreform 1945 im Schloss Langenstein befunden haben.

 

© Matthias Meissner E-Mail

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